Fahrradakku geht beim Laden thermisch durch

Was vom Fahrrad übrig blieb, hat der Gutachter hier ausgebreitet.
Was vom Fahrrad übrig blieb, hat der Gutachter hier ausgebreitet.

Seit drei Jahren kam ein Mitarbeiter mit einem zum Pedelec umgebauten Mountainbike zur Arbeit. Für den Umbau hatte er einen Bausatz verwendet und nie Probleme mit dem so aufgerüsteten Fahrrad gehabt – bis zu dem Tag, an dem Rauch aus dem Raum quoll, in dem er es zum Laden abgestellt hatte.

Der Mann selbst war zu diesem Zeitpunkt beruflich unterwegs. Doch andere bemerkten das Feuer, und weil sich auf dem selben Betriebsgelände eine Feuerwache befand, konnte der Brand so rasch gelöscht werden, dass er auf den Bereich beschränkt blieb, in dem das Rad gestanden hatte.

Die Situation vor Schadeneintritt wird rekonstruiert: Wo sich der hintere Teil des Fahrrades befunden hatte, sind die Möbel verbrannt.
Die Situation vor Schadeneintritt wird rekonstruiert: Wo sich der hintere Teil des Fahrrades befunden hatte, sind die Möbel verbrannt.

Das Bild oben zeigt, was vom Fahrrad übrig geblieben ist. Bei der Rekonstruktion der Ladesituation im Brandraum auf dem zweiten Foto sieht man deutlich, dass das Feuer im hinteren Bereich des Pedelecs entstanden sein muss. Hier war der Lithium-Ionenakku verbaut und mit dem zugehörigen Ladegerät verbunden.

Unten sind die Reste des Akkupacks zu sehen, die der IFS-Gutachter, der diesen Fall untersuchte, im Labor näher in Augenschein nahm.

Die Zellen des Akkupacks sind in sehr unterschiedlichem Zustand; einige sind aufgeplatzt.
Die Zellen des Akkupacks sind in sehr unterschiedlichem Zustand; einige sind aufgeplatzt.

Die Akkuzellen sind in sehr unterschiedlichem Zustand: Einige sind nur von außen geschädigt, andere leicht aufgebläht und wieder andere aufgeplatzt und entleert. Dieses Schadenbild und die weitere Untersuchung verrieten, dass eine Akkuzelle beim Laden thermisch durchgegangen war. Was dabei geschieht, zeigt unser Video.

Der betroffene Elektroradler aus diesem Fall hatte sein Pedelec am Arbeitsplatz unbeaufsichtigt in einem verschlossenen Raum zum Laden angeschlossen. Glücklicherweise hatte der Hausmeister einen Schlüssel, und die Feuerwehr war schnell zur Stelle. Lithium-Akkus sollten wegen der Brandgefahr nie völlig unbeaufsichtigt geladen werden.

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