Leuchtmittel platzt kurz vor Ladenöffnung

Im Brandschutt in der Kiste sind noch Kissen zu erkennen.
Im Brandschutt in der Kiste sind noch Kissen zu erkennen.

Eine halbe Stunde bevor die Türen für die Kundschaft geöffnet werden sollten, löste in einem Möbelhaus die Brandmeldeanlage aus. Es brannte in einer Kiste, die auf dem Treppenabsatz zwischen den beiden Verkaufsetagen stand.

Das Foto rechts zeigt die dreieckige Kiste, in der Kissen gelegen hatten. Die Scheibe des Treppengeländers ist unmittelbar daneben durch die Brandhitze geborsten. Weil sich direkt über diesem Bereich ein Sprinklerkopf befand, wurde das Feuer durch die Löscheinrichtung auf die Kiste eingegrenzt.

Der innere Quarzglaskolben des Leuchtmittels ist geborsten.
Der innere Quarzglaskolben des Leuchtmittels ist geborsten.

Der kleine Brandschaden hatte dennoch kostenintensive Folgen, denn wegen der offenen Gestaltung der Verkaufsfläche wurden alle Möbel in der Ausstellung durch eine feine Rußschicht verunreinigt und konnten nicht mehr als Neuware verkauft werden.

Die Brandursache ist auf dem Foto links zu sehen: Der unter Druck stehende, innere Glaskolben einer Quecksilberdampfleuchte war zerplatzt. Durch den platzenden Glaskolben wurde auch der als Schutz dienende, äußere Hüllkolben der Leuchte zerstört. Da sie über der Kiste hing – wenn auch etwa sieben Meter höher – konnten Teile des zerstörten Leuchtmittels in den Behälter fallen und die Kissen darin in Brand setzen. Auch im Erdgeschoss des Möbelhauses fand der IFS-Gutachter in diesem Bereich eine winzige Brandspur: Dort hatte eine heiße Glasscherbe eine Einbrennung im Teppich verursacht.

Wärmebild eines Vergleichsleuchtmittels, das auf dem kleinen Foto zusammen mit dem geplatzten abgebildet ist.
Wärmebild eines Vergleichsleuchtmittels, das auf dem kleinen Foto zusammen mit dem geplatzten abgebildet ist.

Im Labor untersuchte der Gutachter ein Vergleichsleuchtmittel. Auffälligkeiten zeigten sich dabei nicht. Quecksilberdampflampen können im Betrieb sehr heiß werden. Eine maximale Temperatur von 250 °C am Sockel und 400 °C an der Oberfläche des Außenkolbens waren vom Hersteller in diesem Fall als zulässig angegeben.

Diese Temperaturen bringen das Quarzglas der Kolben nicht zum Bersten. Wenn das Leuchtmittel allerdings birst – was betriebsbedingt nicht komplett ausgeschlossen werden kann – können brennbare Materialien durch herabfallende, heiße Teile entzündet werden.

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