Reflektorlampe überhitzt Dachbalken
Im Dachgeschoss seines Elternhauses sahen sich ein junger Mann und seine Freundin über den im Partyraum installierten Beamer ein Fußballspiel an. Die Eltern waren zu diesem Zeitpunkt im Urlaub. Beide nahmen Brandgeruch wahr, konnten die Quelle jedoch nicht lokalisieren. Als das Spiel vorbei war, schalteten sie den Beamer aus, verließen zunächst das Dachgeschoss und einige Stunden später das Haus. Am Abend – der Abpfiff lag mittlerweile mehr als sechs Stunden zurück – sah ein Passant Rauch aus der Fensterfront des Gebäudes quellen. Es brannte im Partyraum.
Entstanden war das Feuer in Bereich eines Fensters. Dort befanden sich an einem Holzbalken die intensivsten und räumlich am tiefsten gelegenen Brandzehrungen. An dieser Stelle war vor dem Schaden eine Baufassung mit einer Reflektorlampe montiert gewesen, wie der Hausbesitzer dem ermittelnden Brandursachenermittler des IFS sagte. Er habe das Lampenkabel mehrfach um einen Balken gewickelt und die Lampe an einem Nagel aufgehängt. Der Gutachter untersuchte die Lampe im Labor. Dabei fand er Kurzschlussspuren an der Netzanschlussleitung, nur wenige Zentimeter von der Lampenfassung entfernt. Es handelte sich jedoch um eine Brandfolge und nicht die Ursache, wie der Gutachter anhand der Lage einschätzen konnte.
Dennoch lieferten die durch den Kurzschluss entstandenen Schmelzspuren eine wertvolle Information: Die Reflektorlampe muss zum Schadenzeitpunkt eingeschaltet gewesen sein. Offenbar hatte der Sohn sie am Nachmittag ein- und nicht wieder ausgeschaltet. In der dem Schadenschwerpunkt gegenüberliegenden Nische rekonstruierte der Gutachter die Lage der Lampe. Sie war so nah am Holzbalken montiert gewesen, dass dieser durch die Wärmeentwicklung in Brand geriet. Von Leuchtmitteln geht häufig eine erhebliche Wärmestrahlung aus. Darum müssen stets Mindestabstände berücksichtigt werden.