Auf sichtbare Schäden reagieren

Die Anschluss-Schläuche bei der Laboruntersuchung: Wir haben die Leckagestelle markiert – auch auf dem kleinen Foto von der Einbausituation.
Die Anschluss-Schläuche bei der Laboruntersuchung: Wir haben die Leckagestelle markiert – auch auf dem kleinen Foto von der Einbausituation.

Leitungswasserschaden in einer Klinik: Die Leckage liegt am Anschluss-Schlauch für Kaltwasser eines Reinigungs- und Desinfektionsautomaten. Die jüngste Wartung des Gerätes liegt zu diesem Zeitpunkt ein halbes Jahr zurück.

Die Bilder rechts zeigen die flexiblen Schläuche des Kalt- und des Warmwasseranschlusses bei der Laboruntersuchung und in der Einbausituation. Die Leckagestelle haben wir jeweils mit einem Pfleil markiert. Insbesondere auf dem Laborbild fallen Ablagerungen auf dem Drahtgeflecht der Schläuche auf.

Ablaufspuren weisen auf eine Undichtigkeit an dem Reinigungs- und Desinfektionsautomaten hin.
Ablaufspuren weisen auf eine Undichtigkeit an dem Reinigungs- und Desinfektionsautomaten hin.

Auf dem Foto von der Einbausituation ist zu erahnen, dass die Schläuche auf dem Fußboden gelegen haben. Bei der Untersuchung vor Ort konnte der Gutachter, der hier die Schadenursache ermittelte, weitere baugleiche Automaten in Augenschein nehmen und auch bei diesen lagen die Anschluss-Schläuche zum Teil auf dem Boden.

Ablagerungen auf dem Reinigungsautomaten, der im Mittelpunkt dieses Schaden stand, zeigten, dass es daran in der Vergangenheit eine Undichtigkeit gegeben haben musste. Was hier ausgelaufen war, konnte mit den Anschluss-Schläuchen in Kontakt kommen.

Das äußere Drahtgeflecht ist korrodiert und der schwarze Innenschlauch (kleines Bild) ist mit weißen Ablagerungen bedeckt.
Das äußere Drahtgeflecht ist korrodiert und der schwarze Innenschlauch (kleines Bild) ist mit weißen Ablagerungen bedeckt.

Und dabei hat es sich dem Schadenbild nach nicht um reines Wasser gehandelt: Bei der Laboruntersuchung fand der Gutacher an mehreren Stellen Korrosion auf dem Drahtgeflecht des defekten Schlauches. Der Innenschlauch war mit weißen Ablagerungen bedeckt und versprödet. Nach dem Auftrennen zeigten sich auf der Innenseite zahlreiche Anrisse. In einem dieser Bereiche war die Leckage entstanden.

Die äußere Einwirkung einer aggressiven Substanz hatte zweifellos den Schlauch geschädigt. Im Umfeld eines Reinigungs- und Desinfektionsautomaten können solche Stoffe sicher nicht vollkommen überraschen. Die Schläuche hätten nicht auf dem Fußboden liegen sollen.

Vor allem aber hätte die Fachfirma, die den Automaten sechs Monate zuvor gewartet hatte, die Schädigung der flexiblen Schläuche erkennen und den Austausch veranlassen oder durchführen müssen. Die Schläuche hatten mittlerweile ihre Betriebszeit von 20 Jahren erreicht. Zudem wies der Hersteller darauf hin, dass sie regelmäßig einer Sichtkontrolle unterzogen und bei Anzeichen einer Schädigung ausgetauscht werden müssen. Im Wartungsprotokoll war übrigens der Punkt „Wartung Zulaufschläuche“ aufgeführt.

Wie Schäden an flexiblen Schläuchen vermieden werden können, lesen Sie in unserem Merkblatt.

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