Spurensuche im Brandschutt

Im Brandraum sind die Zerstörungen rechts stärker ausgeprägt als links.
Im Brandraum sind die Zerstörungen rechts stärker ausgeprägt als links.

Feueralarm am Weihnachtstag: Es brennt in der Dachgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses. Zwei Bewohner entdeckten den Brand am späten Nachmittag im Zimmer ihres Untermieters, der zu diesem Zeitpunkt in seinem Bett schlief.

Als die beiden in sein Zimmer schauten, sahen sie Flammen direkt neben dem Bett. Die Fotos rechts, die ein IFS-Gutachter bei der Ursachenermittlung aufgenommen hat, zeigen den Brandraum. Im Bereich des Bettes sind die Zerstörungen durch das Feuer am stärksten.

Der Tisch ist an der zum Bett gerichteten Ecke weggebrannt.
Der Tisch ist an der zum Bett gerichteten Ecke weggebrannt.

Neben dem Bett steht ein kleiner Tisch. Dessen Holz ist an der Ecke, die dem Bett am nächsten ist, vollkommen weggebrannt. Dazwischen fand der Gutachter im Brandschutt die Scherben eines Aschenbechers, Zigarettenkippen und eine Zigarettenschachtel. Ganz offensichtlich wurde hier regelmäßig geraucht.

Zwar gab es im Zimmer auch diverse verbrannte elektrotechnische Geräte, aber die Untersuchung zeigte, dass keines davon das Feuer verursacht hatte. Die räumlich am tiefsten gelegene Brandzehrung fand der Gutachter am Holzrahmen des Bettes. Hier war der Brand entstanden.

Am Bettrahmen befindet sich die räumlich tiefste Brandzehrung.
Am Bettrahmen befindet sich die räumlich tiefste Brandzehrung.

Eine andere Zündquelle als eine Zigarettenkippe oder noch glühende Asche gab es an dieser Stelle nicht. Bei einer solchen Brandursache spricht man von „menschlichem Fehlverhalten“. Das klingt harmloser, als es ist. Denn eine Zigarette, die im Bett geraucht und beim Einschlafen fallengelassen wird, kann das Leben kosten.

In diesem Fall konnten sich glücklicherweise alle Bewohner noch in Sicherheit bringen. Auch der verschlafene Raucher kam mit einem Schreck davon. Allerdings konnte die Feuerwehr nicht mehr verhindern, dass die Flammen auf das Dach des Hauses übergriffen.

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