Siemens-Geschirrspüler mit gefährlichem Defekt

Die Kunststoffabdeckung der Bedienblende ist vollständig verbrannt.
Die Kunststoffabdeckung der Bedienblende ist vollständig verbrannt.

Bei der Untersuchung eines Brandschadens ist das IFS kürzlich auf einen bekannten Defekt gestoßen: Ein Geschirrspüler der Marke Siemens hatte während des Betriebes zu brennen begonnen.

Im Frühsommer 2013 baten wir im IFS-Report um Rückmeldung beim Auftreten von Brandschäden an Geschirrspülern von Siemens. In der Schadendatenbank des IFS war eine Häufung von Bränden an diesen Geräten aufgefallen. Mehrere Leser meldeten sich und halfen, das Bild der Schadenserie zu vervollständigen. Die Bosch und Siemens Hausgeräte (BSH) GmbH startete später im Jahr einen aufwändigen Rückruf. Das IFS hat seither zahlreiche weitere Maschinen untersucht, die zu dieser Schadenserie gehören. Offensichtlich sind Geräte mit dem gefährlichen Defekt nach wie vor in Gebrauch.

An einem Relais auf der Steuerungsplatine gibt es einen Brandschwerpunkt.
An einem Relais auf der Steuerungsplatine gibt es einen Brandschwerpunkt.

Die Bilder zu diesem Beitrag zeigen einen kürzlich untersuchten Geschirrspüler. Auch daran ließ sich der Brandausbruch auf die Steuerungsplatine des Gerätes und weiter auf ein dort verbautes Relais zurückverfolgen. „Bei einem elektrischen Bauteil Ihres Geschirrspülers kann es zu Überhitzung kommen, was in sehr seltenen Fällen zu einem potentiellen Brandrisiko führen kann“, heißt es auf einer Internetseite, die der Herstellers wegen dieses Produktmangels eingerichtet hat.

Weil sich das „potentielle Brandrisiko“ immer wieder als tatsächliche Brandursache erweist, wollen wir hier noch einmal darauf hinweisen. Ende 2013 konnten wir im Report berichten, dass die BSH bereits 100.000 Geräte identifiziert hatte, in denen das defekte Relais verbaut worden war. Verkauft wurde allerdings ein Vielfaches davon.

Das Relaisgehäuse wurde geöffnet: Der Kontakt des Schaltstromkreises ist nicht mehr vorhanden (gestrichelte Linien); stattdessen ist hier eine Schmelzperle mit Lichtbogenkratern zu erkennen (Pfeil).
Das Relaisgehäuse wurde geöffnet: Der Kontakt des Schaltstromkreises ist nicht mehr vorhanden (gestrichelte Linien); stattdessen ist hier eine Schmelzperle mit Lichtbogenkratern zu erkennen (Pfeil).

Die betroffenen Geräte wurden zwischen 1999 und 2005 hergestellt. Neben der Marke Siemens umfasst der Rückruf auch Geschirrspüler von Bosch, „Constructa“, „Junker+Ruh“ sowie „Neff“. Auf dieser Internetseite können Verbraucher prüfen, ob ihr Geschirrspüler zu den betroffenen Modellreihen gehört.

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