Wasserschaden nach Mieterwechsel

Blick auf die Vorderseite des Siphons: Der Spalt zwischen den Gehäusehälften ist unschwer erkennbar.
Blick auf die Vorderseite des Siphons: Der Spalt zwischen den Gehäusehälften ist unschwer erkennbar.

Nach dem Erstbezug einer neuen Etagenwohnung ging sechs Jahre lang alles gut. Als dann aber neue Mieter einzogen, kam es zum Wasserschaden. Was hatten die neuen Bewohner anders gemacht als ihr Vorgänger?

Die schlichte Antwort: Sie hatten eine Waschmaschine. Diese war an einen Siphon – einen Geruchsverschluss für Abwasserleitungen – angeschlossen, der in die Wand eingebaut war. Das Bauteil wurde bereits sechs Jahre zuvor beim Bau der Wohnung installiert. Das hätte allerdings gar nicht geschehen dürfen.

Die Gehäusehälften wurden im Labor getrennt. Die Linien zeichnen die Stoßkanten des Deckels (grün) und des Unterteils (rot) nach – sie sollten übereinstimmen.
Die Gehäusehälften wurden im Labor getrennt. Die Linien zeichnen die Stoßkanten des Deckels (grün) und des Unterteils (rot) nach – sie sollten übereinstimmen.

Der Siphon besteht aus zwei Hälften, die aus Kunststoff gefertigt und miteinander verschweißt sind. Wie das erste Bild zeigt, sieht man schon beim ersten Blick darauf, dass er nicht dicht ist. Bei der Herstellung wurden die Hälften versetzt aufeinandergelegt und so verschweißt. Dadurch entstand eine 3 cm lange Lücke im Gehäuse.

Selbstverständlich handelt es sich zweifellos um einen Produktfehler. Aber dieser ist so auffällig, dass er dem Installateur nicht hätte entgehen dürfen. Manchmal muss man einfach nur hinsehen, um einen Schaden zu verhindern.

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