Doppelfritteuse wird zurückgerufen

Die Fritteuse wird im Elektrolabor untersucht.
Die Fritteuse wird im Elektrolabor untersucht.

Am Vormittag bekam ein Imbissbetreiber einen Anruf von der Polizei: In seinem Betrieb hatte es ein Feuer gegeben. Noch bis 3 Uhr morgens war er dort gewesen, ohne etwas Ungewöhnliches zu bemerken.

Eine halbe Stunde vor dem Verlassen der Betriebsräume hatte er die Doppelfritteuse in der Küche ausgeschaltet. Doch im rechten Frittierbecken überhitzte später das Frittierfett und entzündete sich.

Die Untersuchung durch das IFS ergab, dass es zum Brandausbruch gekommen war, weil die Temperaturregelung des Gerätes versagt und der Elektroheizkörper in der Folge durchgeheizt hatte. Der Gutachter konnte außerdem benennen, warum sich der Schaden so zutragen konnte:

Typenschild des brandbetroffenen Gerätes
Typenschild des brandbetroffenen Gerätes

Die Fritteuse war entgegen der in diesem Fall geltenden DIN EN 60335-1 nicht mit einem Sicherheitstemperaturbegrenzer (STB) ausgestattet. Dieser hätte das Heizelement im Falle eines Defektes an den Regelthermostaten beim Erreichen einer Fett-Temperatur von 230 °C ausgeschaltet.

Der Imbissbetreiber hatte das Gerät etwa ein halbes Jahr vor dem Schaden bei ebay gekauft. Auf der Shopseite gab der Händler den Standort China an, und die Fritteuse wurde als „Profi 2x10L Gastronomie Imbiss“-Gerät angepriesen.

Die Annahme lag nahe, dass weitere Geräte ohne STB in Umlauf gebracht worden waren. Darum informierte das IFS die Gewerbeaufsicht über seine Feststellung.

Blick in das linke Frittierbecken des Vergleichsgerätes: Hier ist neben dem Temperaturregler (1) auch ein Sicherheitstemperaturbegrenzer (2) verbaut.
Blick in das linke Frittierbecken des Vergleichsgerätes: Hier ist neben dem Temperaturregler (1) auch ein Sicherheitstemperaturbegrenzer (2) verbaut.

Im Zuge der Untersuchung hatte der Gutachter über den ebay-Shop auch ein Vergleichsgerät erstanden. Entgegen der brandbetroffenen Fritteuse aus dem Imbiss war dieses Vergleichsgerät jedoch mit einem STB ausgestattet.

Einige Monate später erhielt das Institut einen Brief, unterzeichnet vom Vertriebsdirektor der Guangzhou Xu Qiao Trading Co. Ltd. aus China, mit der Bitte, die Fritteuse zum Zweck des vorbeugenden Schutzes der Kunden an ein Logistikunternehmen in Bremen zurückzusenden. Weil „teilweise der Sicherheitstemperaturbegrenzer“ fehle, könne es „schlimmstenfalls zu einem Brand kommen“. Auch der Imbissbetreiber hatte dieses Schreiben nun übrigens erhalten.

Zum Redaktionsschluss dieses Beitrages bot der ebay-Shop keine Artikel mehr an.

Diesen Beitrag weiterempfehlen