Nicht immer bleibt es beim Brand der Shisha-Kohle

Shishas sind bei Brandursachenermittlungen manchmal der entscheidende Hinweis.
Shishas sind bei Brandursachenermittlungen manchmal der entscheidende Hinweis.

Mit süßlichem Duft und Geschmacks­varianten von Apfel-Feige bis Erdbeer-Käsekuchen erobert die Shisha, die arabi­sche Wasserpfeife, unsere Breitengrade. Shisha-Bars gibt es mittlerweile überall, und mancher hat auch zu Hause eine Wasserpfeife mit allem nötigen Equipment. Dazu gehört Kohle: Sie wird glühend auf einen Teller im oberen Teil der Pfeife gelegt und erhitzt den Tabak oder die Dampfsteine, die das Aroma tragen.

Bei der Verbrennung der Kohle ent­steht Kohlenmonoxid. Das geruchslose und giftige Gas bringt die Wasserpfeife immer wieder in die Schlagzeilen, wenn Raucher – oder Passivraucher – mit einer Vergiftung im Krankenhaus behandelt werden müssen. Doch es gibt noch ein zweites Problem: die Brandgefahr.

In der Schadendatenbank des IFS hat sich in diesem Zusammenhang eine auf den ersten Blick bunte Kollektion von Bränden angesammelt. Zum Beispiel glühende Kohle, die auf Polstermöbel gefallen ist, heiße Asche, die im Papierkorb entsorgt wurde und eine Abluftanlage, die in Brand geriet, weil direkt darunter glühende Kohlewürfel lagen. Auch einen Gasaustritt in einer Shisha-Bar hat das IFS bereits als Schadenursache ermittelt: Beim Wechsel der Flasche für einen Gaskocher, mit dem die Kohle angezündet wurde, hatte ein Mitarbeiter Fehler gemacht.

In einem anderen kürzlich untersuchten Fall wurde ein Wohnhaus beschädigt, als es durch glühende Shisha-Kohle zum Feuer im Badezimmer kam und dort anschließend das Treibgas von Spraydosen explodierte.

Die Kohlewürfel werden zum Rauchen der Shisha benötigt.
Die Kohlewürfel werden zum Rauchen der Shisha benötigt.

Die Brandursache ist zumeist menschliches Fehlverhalten

Bei Bränden in Shisha-Bars oder durch das Rauchen von Wasserpfeifen zu Hause steht auf die eine oder andere Weise meist die Kohle im Mittelpunkt. Oft ist der unachtsame Umgang mit glühenden Kohlestücken die Brandursache. Auch wird unterschätzt, wie lange die veraschten Reste der Kohle noch so heiß sind, dass sie anderes Material entzünden können.

Erst einmal muss die Kohle allerdings angezündet werden, und auch dabei kommt es gelegentlich zu Brandausbrüchen. Es gibt sogenannte selbstzündende Kohle, die unkompliziert mit einem Feuerzeug entzündet werden kann. Weil diese aber einen Eigengeschmack hat, bevorzugen viele Raucher Naturkohle. Sie muss mit einem elektrischen Kohleanzünder oder zum Beispiel mit einem Gaskocher angezündet werden – und damit kommen weitere Brandrisiken beim Umgang mit Shishas hinzu. „Bei den Brandschäden, die wir in diesem Zusammenhang untersuchen, ist in der Regel menschliches Fehlverhalten die Ursache“, sagt Dr. Andreas Pfeiffer. Zu Bränden durch Glut und heiße Asche hat der IFS-Fachverantwortliche für Brandursachenermittlungen einen ausführlichen Beitrag im Magazin „schadenprisma“ veröffentlicht.

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