Glutnest unter dem Motor übersehen

Der Mähdrescher wurde durch den zweiten Brand nahezu zerstört.
Der Mähdrescher wurde durch den zweiten Brand nahezu zerstört.

Ein Brand im Motorraum beendete die Arbeit mit einem Mähdrescher früher als geplant. Mit einem Pulverlöscher konnte der Fahrer das Feuer zwar löschen, doch die Maschine war nun nicht mehr fahrbereit und stand mitten auf dem Feld. Für die Reparatur war ein Austausch des Motors nötig, stellte ein Vertreter des Herstellers fest. Doch weil Mähdrescher sich nicht so einfach in die nächste Werkstatt schleppen lassen, überlegte man, den Umbau direkt vor Ort durchzuführen. Dazu sollte es allerdings nicht mehr kommen.
Blick hinab in den Korntank, wo eine Luke geöffnet ist (Pfeile).
Blick hinab in den Korntank, wo eine Luke geöffnet ist (Pfeile).

Am Morgen des übernächsten Tages brannte der auf seine Reparatur wartende Mähdrescher erneut. Nach einem Knallgeräusch hatte ein Anwohner Rauch gesehen und schließlich die brennende Landmaschine auf dem Feld entdeckt. Eine gute halbe Stunde später hatte die Feuerwehr den Band bereits gelöscht.

Doch nach diesem zweiten Feuer war von dem Mähdrescher nicht viel für eine Reparatur übrig geblieben. Ein IFS-Gutachter untersuchte ihn, um die Ursache der Brände zu ermitteln.

Die Verfärbungen des Metalls zeigen, dass der Lukendeckel starker Hitze ausgesetzt war.
Die Verfärbungen des Metalls zeigen, dass der Lukendeckel starker Hitze ausgesetzt war.

Neben dem Motorraum befand sich der Korntank der Maschine. In dessen Boden gab es eine Service-Luke, über die man einen Bereich unterhalb von Tank und Motorraum erreichen konnte. Anlauffarben am Metall des Lukendeckels verrieten, dass er sehr starker Hitze ausgesetzt gewesen war. Im Raum unterhalb des Motors fand der Gutachter stark verbrannte Kornreste. Dem Spurenbild nach war das zweite Feuer in diesem Bereich entstanden. Beim ersten Brand muss sich ein Glutnest in den Kornresten unter der Luke gebildet haben. Von oben hätte man es nicht unbedingt sehen können, und so wurde es beim Löschen offenbar nicht bemerkt.

Knapp zwei Tage später hatte sich aus dem versteckten Glutnest ein neuer Flammenbrand entwickelt, der den Motor und schließlich den Großteil des gesamten Mähdreschers zerstörte. Hinweise auf die Ursache des ursprünglichen, kleinen Brandes ließ dieses zweite Feuer nicht übrig.

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