Fehler lassen sich nicht (lange) ignorieren
Begleitet vom Alarm des Rauchmelders im Dachgeschoss öffnete ein Hauseigentümer die Luke zum Spitzboden. Dichter Brandrauch quoll ihm entgegen.
Die Feuerwehr konnte den Brand auf den dort installierten PV-Speicher eingrenzen. Zu diesem Zeitpunkt war die Anlage etwa ein Jahr alt.
Knapp zwei Wochen vor dem Brandausbruch war der Speicher ausgefallen. Die Firma, die ihn installiert hatte, wies den Hauseigentümer an, einfach den Reset-Knopf zu drücken. Doch das schien das Problem nicht zu lösen, denn auch nach dem Reset funktionierte der Speicher nicht; alle Anzeigen blieben dunkel.

Der Speicher war zwar ausgefallen, aber die PV-Module speisten weiterhin Strom auf die PV-String-Eingänge ein. Einen Tag vor dem Brandausbruch roch es ungewöhnlich auf dem Spitzboden. Kräftiges Lüften beseitigte den Geruch, aber nicht das technische Problem, das am nächsten Tag die Feuerwehr ins Haus bringen sollte.
Ein IFS-Gutachter untersuchte später den brandbetroffenen Speicher: Die drei Speichereinschübe waren lediglich von außen brandbetroffen. Durch die zum Teil geschmolzenen Gehäuse waren die grünen Lithium-Ionen-Akkuzellen zu erkennen; keine davon war beschädigt oder gar thermisch durchgegangen.

Ein elektrotechnischer Produktmangel hatte hier zum Brand geführt. Im Bereich der internen Anschlüsse für die drei PV-String-Eingänge waren massive Kurzschlussspuren erkennbar. Durch einen Kurzschluss mit Lichtbogenüberschlag waren brennbare Komponenten entzündet worden.
Der Fehler war nicht bei der Installation des Speichers vor Ort, sondern bereits bei der Montage im Herstellerbetrieb entstanden. Die Leitungsenden wurden mit Aderendhülsen bestückt, doch die Hülsen wurden nicht ausreichend mit den feindrähtigen Aderenden verpresst. Die Verbindungen waren nicht kraftschlüssig.Diesen Fehler konnte der Gutachter nicht nur im direkten Brandbereich, sondern an diversen Komponenten des Speichers feststellen.

Durch die mangelnde Kontaktgabe an den Anschlüssen der Speichereinschübe erhitzten sich die Fehlerstellen. Dabei wurden die Leitungsinsolationen mit der Zeit thermisch aufbereitet, bis es schließlich zu einem Isolationsfehler und zum Kurzschluss kam.
Die Folgen von Installationsfehlern zeigen sich häufig zeitverzögert. In diesem Fall hatte die Speicherelektrik ein knappes Jahr durchgehalten, bis sich die Mängel durch Ausfälle und entsprechende Fehlermeldungen bemerkbar machten. Hätte die darüber informierte Installationsfirma darauf mit einer Fehlersuche reagiert, wäre es wahrscheinlich nicht zum Brandausbruch gekommen. (is)
