Die Sprinkleranlage ist oft eine Schwachstelle

Die Sprinkleranlage sollte im Winter nicht vergessen werden.
Die Sprinkleranlage sollte im Winter nicht vergessen werden.

Auch in Gewerbeimmobilien kommt es immer wieder zu Frostschäden

Ein kräftiger, warmer Luftstrom begrüßt im Winter die Kunden beim Betreten vieler Kaufhäuser und Ladengeschäfte. Der Türluftschleier ist selbstverständlich nur während der Öffnungszeiten eingeschaltet. In einer Boutique wurde dies am zweiten Weihnachtsfeiertag zum Problem. Denn der Luftstrom hatte nicht nur die Kunden, sondern auch die Sprinkleranlage über dem Eingangsbereich warm gehalten. Lediglich ein Lüftungsgitter trennte die Leitung in der abgehängten Decke von der kalten Außenluft.

Am 26. Dezember hatte der Frost den Druck in der Sprinklerleitung so weit ansteigen lassen, dass ein Edelstahlwellrohr platzte. Der Wasserschaden war erheblich.

Der Großteil der vom IFS untersuchten Frostschäden ereignet sich in leer stehenden Gebäuden und frostgefährdeten Bereichen von Wohnhäusern. Doch auch genutzte Gewerbeimmobilien sind immer wieder betroffen. Hier ist die Sprinkleranlage häufig die Schwachstelle.

Im eingangs geschilderten Fall war eine unzureichende Beheizung das Problem. Die mit Wasser gefüllte Sprinklerleitung lag in einem frostgefährdeten Bereich. Bei der Planung der Anlage hatte niemand daran gedacht, dass es in der Zwischendecke außerhalb der Öffnungszeiten keinerlei Schutz vor Kälte gab.

Um solchen Schäden vorzubeugen, werden häufig Trockenanlagen eingesetzt. Ihre Rohrleitungen sind zwischen dem Sprinklerkopf und einer Ventilstation mit Druckluft gefüllt. Erst wenn der Sprinklerkopf auslöst, fließt Wasser in die Leitung. Doch auch dieser Anlagentyp ist nicht komplett vor Schäden gefeit, wie der folgende Fall zeigt.
Durch eine Fehlauslösung kam es zu einem umfangreichen Wasserschaden. Ein Rohrbruch hatte zu einem Druckabfall in der Leitung geführt.

Wasser in der Trockenleitung ermöglichte einen Frostschaden

Den Druckabfall in der Trockenleitung konnte die Ventilstation nur als Auslösen eines Sprinklerkopfes interpretieren. Dr. Thorsten Pfullmann ist im IFS Fachverantwortlicher für Leitungswasserschäden. Er untersuchte die Anlage und stellte fest, dass eine Frosteinwirkung den Rohrbruch ausgelöst hatte. In der Trockenleitung hatte sich vor dem Schadeneintritt Wasser befunden.

Turnusmäßig wurde eine Funktionsprüfung durchgeführt und das Leitungssystem danach wieder entleert. Doch an manchen Stellen – etwa bei ungleichmäßigem Gefälle oder in den Übergängen von Verschraubungen – sammelt sich immer etwas Wasser. Zeitlich verzögert gelangt es langsam zu den Entleerungspunkten. Darum muss nach einiger Zeit eine Entwässerung durchgeführt werden, und genau das wurde hier vergessen.

Auch Schäden durch fehlerhafte Auslösungen lassen sich vermeiden. Zum Beispiel mit einer Vorsteuerung der Ventilstation, die einen Wasseraustritt erst dann freigibt, wenn außer dem Druckabfall auch die Brandmeldeanlage Alarm auslöst. Bei Sprinkleranlagen lohnt sich also ein prüfender Blick auf die Planung.

Diesen Beitrag weiterempfehlen