Wasserleitungen in Abseiten sind gefährdet

Der Rohrbruch liegt in einer Abseite.
Der Rohrbruch liegt in einer Abseite.

Eigentlich hätte der Eigentümer der von diesem Schaden betroffenen Immobilie es besser wissen müssen. Es kam zu einem Leitungswasserschaden, weil ein Rohr der Trinkwasserinstallation im Winter aufplatzte.

Der betroffene Abschnitt lag in einer Abseite, die an das Badezimmer im Obergeschoss grenzte. Genau dort war einige Jahre zuvor bereits ein Heizungsrohr geplatzt. Die Ursache: Frost.

Das Kupferrohr ist über eine Länge von 1,6 cm aufgerissen. Auch an der Rohrdämmung ist die entsprechende Stelle beschädigt.
Das Kupferrohr ist über eine Länge von 1,6 cm aufgerissen. Auch an der Rohrdämmung ist die entsprechende Stelle beschädigt.

Auf dem zweiten Foto ist die Bruchstelle zu sehen: Das Kupferrohr ist durch eine Krafteinwirkung von innen aufgewölbt und aufgerissen. Ein typisches Frostschadenbild. Auch die Rohrdämmung hat an der entsprechenden Stelle eine Beschädigung. Die beiden Risse lagen in der Einbausituation übereinander.

Die betroffene Immobilie wurde als Ferienhaus genutzt. Als der Eigentümer ein paar Tage vor der Schadenentdeckung dort war, hatte er nichts Ungewöhnliches bemerkt. Vermietet und damit bewohnt war das Haus zuletzt Wochen zuvor.

Der Temperaturverlauf, gemessen in der Nähe des Schadenobjektes, zeigt Frost vor der Schadenentdeckung.
Quelle: Deutscher Wetterdienst, Temperaturdaten in Grafik überführt
Der Temperaturverlauf, gemessen in der Nähe des Schadenobjektes, zeigt Frost vor der Schadenentdeckung.
Quelle: Deutscher Wetterdienst, Temperaturdaten in Grafik überführt

Während niemand dort war, wurden die Heizungsthermostate nach Angabe des Eigentümers so eingestellt, dass eine Raumtemperatur von 19 °C nicht unterschritten wurde.

Die Rohre der laufenden Heizung waren damit geschützt, die Trinkwasserrohre in der Abseite hingegen nicht. Ein paar Tage vor der Schadenentdeckung hatte es in der Umgebung eine Frostperiode mit Eistagen gegeben. An diesen Tagen liegt auch die Höchsttemperatur unter dem Gefrierpunkt.

Zwar waren die Trinkwasserrohre wärmegedämmt. Doch eine Wärmedämmung verlangsamt lediglich das Auskühlen. Da aus der Leitung kein Wasser entnommen wurde, fror das darin stehende Wasser ein. Um einen Frostschaden in diesem Bereich zu verhindern, hätte es einer Rohrbegleitheizung oder der direkten Beheizung der Abseite bedurft.

Abseiten können selbst bei einer angenehm warmen Raumtemperatur stark auskühlen und zählen darum zu den frostgefährdeten Bereichen. Wissen Sie, wo sich in Ihrer Immobilie Schwachstellen befinden, die einen Frostschaden begünstigen? Mit dem kostenlosen IFS-Wintercheck stellen Sie fest, ob Ihr Haus fit ist für die kalte Jahreszeit.

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