Damit die frostsichere Armatur vor Frost sicher ist

Bei der Dichtigkeitsprüfung tritt an der Gewindeverbindung von Ventilrohr und Anschluss-Stück Wasser aus (Pfeil).
Bei der Dichtigkeitsprüfung tritt an der Gewindeverbindung von Ventilrohr und Anschluss-Stück Wasser aus (Pfeil).

Das hier betroffene Reihenhaus war noch keine drei Jahre alt, als an der Kellerdecke im Bereich der Treppe ein Wasserschaden bemerkt wurde. Die Leckageortung führte zur Außenwandarmatur, an der die Schraubverbindung zwischen dem Ventilrohr der Armatur und dem angeschlossenen Kupferrohr undicht war.

Das Foto rechts zeigt die Dichtigkeitsprüfung im Labor des IFS. Auf dem nächsten Bild ist der Grund für die Undichtigkeit zu sehen: Das verchromte Ventilrohr, das sich im eingebauten Zustand in der Wand befinden würde, ist am innen liegenden Ende aufgeweitet.

Die Außenwandarmatur samt angeschlossenem Anschluss-Stück: Der rechte Abschnitt liegt im eingebauten Zustand außerhalb des Gebäudes. Das kleine Bild zeigt die Ventilrohraufweitung.
Die Außenwandarmatur samt angeschlossenem Anschluss-Stück: Der rechte Abschnitt liegt im eingebauten Zustand außerhalb des Gebäudes. Das kleine Bild zeigt die Ventilrohraufweitung.

Im Bereich der grünen Pfeile beträgt der Außendurchmesser 27 mm, wie es für das Produkt vorgesehen ist; an dem Ende, das wir mit den roten Pfeilen markiert haben, ist der Durchmesser 0,7 mm größer.

Wegen dieser Aufweitung des Ventilrohrs im Bereich des Gewindeanschlusses war die Gewindeverbindung zum Anschluss-Stück undicht. Nicht abgebildet ist die O-Ringdichtung, die auf dem Anschluss-Stück sitzt. Sie wurde bei der Schadenentstehung in Mitleidenschaft gezogen und dichtet die Verbindung zwischen Ventilrohr und Anschluss-Stück nicht mehr ab.

Die mikroskopische Ansicht unten offenbart Längsrisse in der Chromschicht des Ventilrohres. Die beschriebenen Schädigungen entstehen durch einen sehr hohen Innendruck und damit durch Frost.

Längsrisse in der Chromschicht des Ventilrohrs
Längsrisse in der Chromschicht des Ventilrohrs

Die Armatur soll – und kann – konstruktionsbedingt frostsicher sein. Allerdings untersucht das IFS häufig frostsichere Außenwandarmaturen mit Frostschaden. Das liegt an einem typischen Fehler in der Handhabung: Das Ventil der Armatur liegt im – beheizten – Haus. Das Ventilrohr führt durch die Wand nach draußen. Es liegt also in einem frostgefährdeten Bereich. Weil es sich aber konstruktionsbedingt selbst entleert, wenn das Ventil geschlossen wird, kann kein Frostschaden entstehen.

Das funktioniert allerdings nur, wenn draußen kein Gartenschlauch angeschlossen ist, der das Entleeren verhindert. Auch eine Schlauchtülle genügt, um die Frostsicherheit zunichte zu machen. Das war in diesem Fall das Problem: Die Hausbewohner hatten nicht daran gedacht, die Gartenschlauchtülle vom Außenwasserhahn zu schrauben.

Trotz der Schadenberichte gilt also: Frostsichere Außenwandarmaturen halten in der Regel, was sie versprechen – vorausgesetzt, sie werden richtig eingebaut und benutzt.

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