Eispfropfen im Duschkopf

Der Hundewaschplatz nach der Demontage des Duschkopfes, des Außenwasserhahns und der Edelstahlblende.
Der Hundewaschplatz nach der Demontage des Duschkopfes, des Außenwasserhahns und der Edelstahlblende.

Bei ihrer Rückkehr aus einem kurzen Winterurlaub mussten die Eigentümer eines Einfamilienhauses feststellen, dass es im Keller einen Wasserschaden gab. Ausgangspunkt war ein gebrochenes Magnetventil in der dort installierten Kaltwasserleitung. Das Ventil befand sich in der Zuleitung zu einer Hundedusche, die außerhalb des Hauses lag.

Auf dem Bild rechts ist der Hundewaschplatz zu sehen. Hier sind der Duschkopf, der Außenwasserhahn und auch die Edelstahlblende bereits demontiert, so dass der Blick auf die dahinter liegenden Rohrleitungen frei ist.

Im Duschkopf befindet sich ein Eispropfen.
Im Duschkopf befindet sich ein Eispropfen.

Bei der Demontage hatte die IFS-Gutachterin, die den Fall untersuchte, einen Eispfropfen im Duschkopf gefunden und einen weiteren im Anschluss des Außenwasserhahns. Ganz offensichtlich war die Leitung eingefroren. Das bestätigte auch die spätere Laboruntersuchung des Magnetventils: Dessen Gewinde war durch eine Krafteinwirkung von innen – also durch einen Druckanstieg – rundum abgebrochen.

Während des Urlaubs der Eigentümer hatte es in der Tat eine Frostperiode gegeben. Allerdings wähnten die Hausbesitzer ihren Hundewaschplatz, der das ganze Jahr über in Betrieb war, nicht ganz zu Unrecht in Sicherheit. Waren doch die außerhalb des Gebäudes liegenden Leitungsabschnitte mit einer Rohrbegleitheizung versehen.

Das Magnetventil mit einem Teil der Rohrleitung zur Außendusche: Der Pfeil markiert das abgebrochene Gewinde.
Das Magnetventil mit einem Teil der Rohrleitung zur Außendusche: Der Pfeil markiert das abgebrochene Gewinde.

Diese Heizung sollte sich bei + 5°C und weniger am Temperaturfühler einschalten, und sie war – wie die Gutachterin vor Ort feststellte – voll funktionstüchtig. Der Temperaturfühler wurde von innen durch die Durchführung für die Rohrleitungen zur Hundedusche nach außen geführt. Genauer gesagt wurde der Fühler aber nur in die Außenwand geführt, denn der Draht war lediglich 20 cm lang, die Außenwand samt Dämmschicht hingegen 40 cm dick.

Durch diese Platzierung konnte der Temperaturfühler die Heizung nicht oder nicht rechtzeitig einschalten, und die außen liegenden Leitungsabschnitte froren ein. Die Folge war ein Druckanstieg und schließlich der Bruch an der schwächsten Stelle des Systems, dem Gewinde des Magnetventils im Keller.

Um diesen Schaden zu verhindern, hätte der Temperaturfühler in der Nähe des Duschkopfes platziert werden müssen. Hilfreich ist bei einer solchen Installation zudem, die Außendusche so auszuführen, dass sie beim Schließen des Magnetventils leer läuft, also kein Wasser in der außen liegenden Installation steht.

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