Wäschetrockner-Rückruf: Betroffen sind Beko und Blomberg

Beim Löscheinsatz wurde der Wäschetrockner von der Feuerwehr in den Garten gebracht.
Beim Löscheinsatz wurde der Wäschetrockner von der Feuerwehr in den Garten gebracht.

Eine Viertelstunde nachdem sie im Keller den Wäschetrockner eingeschaltet hatte, hörte eine Frau einen lauten Knall. Sie sah aus dem Küchenfenster und bemerkte Rauch aus dem darunter liegenden Kellerfenster aufsteigen. Ihr Mann lief herunter und versuchte, den brennenden Trockner mit einem Feuerlöscher abzulöschen. Als es einen weiteren Knall gab, überließ er die Brandbekämpfung lieber der Feuerwehr.

Im Zuge des Löscheinsatzes wurde der Wäschetrockner in den Garten gebracht, wo ihn ein IFS-Gutachter später in Augenschein nahm. Er asservierte das Gerät für eine Untersuchung im Elektrolabor.

Der Antriebsmotor (kleines Bild) ist stark beschädigt; das große Bild zeigt den aufgeplatzten Motorkondensator.
Der Antriebsmotor (kleines Bild) ist stark beschädigt; das große Bild zeigt den aufgeplatzten Motorkondensator.

An einer Brandentstehung innerhalb des Trockners ließ das Spurenbild keinen Zweifel. Der Gutachter konnte die Stelle des Brandausbruchs weiter eingrenzen auf den Antriebsmotor. Der Motorkondensator war auf einer Seite aufgeplatzt.

Dieses Schadenbild ist im IFS bereits bekannt und lässt sich einem Produktrückruf zuordnen: Der Hersteller Beko ruft Wäschetrockner zurück, die für den deutschen Markt 2012 produziert wurden. Betroffen sind die Modelle Beko DCU 7230 EJ150, Beko DCU 7330, Blomberg TKF 7439 (alle hergestellt von Mai bis Oktober), Beko DC 7130 (Mai bis November) und Beko DCU 7230 (September und Oktober).

Bei den betroffenen Geräten muss eine Nachbesserung vorgenommen werden denn „Unter bestimmten Bedingungen könnte es an dem Motorkondensator zu einer Überhitzung und damit zu einer möglichen Entzündung kommen“, warnt Beko. Die Sicherheitsinformation des Herstellers finden Sie hier. Zudem ist eine kostenlose Telefon-Hotline geschaltet unter 0800 959 55 00.

Das Typenschild des Wäschetrockners zeigt unter dem Herstellernamen die Modellbezeichnung. Die Seriennummer verrät außerdem das Produktionsdatum.
Das Typenschild des Wäschetrockners zeigt unter dem Herstellernamen die Modellbezeichnung. Die Seriennummer verrät außerdem das Produktionsdatum.

Der Wäschetrockner aus dem eingangs geschilderten Brandfall gehört zu einer der von Beko genannten Serien, und auch die Brandursache entspricht dem geschilderten technischen Problem. Allerdings wurde das Gerät im März 2015 produziert, wie sich anhand der Seriennummer nachvollziehen lässt. Der fehlerhafte Kondensator wurde demnach offenbar auch später noch verbaut.

Über die Brandschäden an Beko-Wäschetrocknern berichteten wir im September 2017 auch im IFS-Report. Das IFS hat Kontakt zum Hersteller aufgenommen.

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