Feuer auf See

Von außen sind an der Yacht keine Schäden zu erkennen.
Von außen sind an der Yacht keine Schäden zu erkennen.

Ein Brandausbruch ist schon in Gebäuden lebensbedrohlich. An Bord eines Schiffes ist er ein wahrer Albtraum. Die Motoryacht aus dem hier beschriebenen Fall war auf See, als der Eigner Rauch aus dem Maschinenraum aufsteigen sah.

Mit einem Pulverlöscher konnte die Crew den Brand auf den Motorraum eingrenzen. Das Schiff wurde zur Reparatur in eine französische Marina gebracht und an Land gekrant. Dort sah sich ein IFS-Gutachter den Brandschaden an.

Der Brandschwerpunkt im Motorraum: In einem der Ölfilter der Backbordmaschine befindet sich ein Loch.
Der Brandschwerpunkt im Motorraum: In einem der Ölfilter der Backbordmaschine befindet sich ein Loch.

Dank der frühen Brandentdeckung und des schnellen Eingreifens waren direkte Brandschäden ausschließlich an der Entlüftung und dem Schallschutz des Motorraumes sowie an der Backbordmaschine entstanden.

Dort befand sich ein Loch im Gehäuse eines Ölfilters. Das Filtergehäuse war genau an der Stelle eingeschmolzen, an der eine elektrische Leitung darauf gelegen hatte. An diesem Punkt waren zwei elektrische Leitungen mit Kabelösen, einer Schraube und Isolierband verbunden worden.

Im Brandschwerpunkt wurden zwei Leitungen mit Kabelösen und einer Schraube verbunden. Der Pfeil markiert Schmelzspuren an der Schraube.
Im Brandschwerpunkt wurden zwei Leitungen mit Kabelösen und einer Schraube verbunden. Der Pfeil markiert Schmelzspuren an der Schraube.

Als der Gutachter die Verbindung später im Elektrolabor untersuchte, stellte er fest, dass die Schraube zum Teil weggeschmolzen war.

Das Schadenbild zeigte, dass es an dieser Stelle einen Kurzschluss mit Lichtbogenüberschlag gegeben hatte. Die dabei auftretenden hohen Temperaturen haben ein Loch in den Ölfilter geschmolzen, und das austretende Öl hatte sich entzündet.

Ursache des Kurzschlusses war ein Installationsfehler. Zu dem Brand war es beim ersten Einsatz der Yacht nach Reparaturarbeiten am Motor gekommen. Dabei hatte der Elektriker diverse Abdeckungen aus dem Motorraum einfach nicht mehr eingesetzt und zudem eine Sicherung überbrückt.

Zudem hatte er die beiden Leitungsabschnitte, die zur Sicherung hätten laufen sollen, wie oben beschrieben direkt verbunden. Durch die Vibrationen der laufenden Maschine wurde die Isolation dieser improvisierten Verbindung jedoch beschädigt, und es kam zum Kurzschluss.

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