Brände durch Fahrradakkus

Ein Fahrradakku geht beim Ladevorgang thermisch durch.
Ein Fahrradakku geht beim Ladevorgang thermisch durch.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 850.000 bis 900.000 Elektrofahrräder verkauft, so schätzt der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Etwa jedes fünfte neu gekaufte Rad ist mit einem Elektromotor ausgestattet. Die Verkaufszahlen steigen seit Jahren; langfristig rechnet der ZIV mit einem Marktanteil von 35 Prozent. Die Unterstützung durch den Elektromotor zaubert dem Radler auch bergan ein entspanntes Lächeln aufs Gesicht. Doch dass die Energie, die in 200 Jahren Draht­eselgeschichte aus den Muskeln kam, nun von Lithium-Akkus geliefert wird, hat einen Preis: „Wir verzeichnen immer wieder Brände durch die Akkus von Elektrofahrrädern“, sagt IFS-Geschäftsführer Dr. Hans-Hermann Drews.

Kälte, Hitze, Handhabungsfehler

Die Energiespeicher sind im Allgemeinen sicher. Allerdings sind sie anfällig für technische Defekte. Diese können zum Beispiel durch mechanische Beschädigungen, niedrige Temperaturen oder Tiefentladungen hervorgerufen werden. „Wenn Ihr E-Fahrrad den Winter in der kalten Garage verbracht hat, sollten Sie bei den ersten Ladevorgängen etwas genauer hinsehen“, rät Drews. Die meisten Brände entstehen in der Ladephase. Darum empfiehlt das IFS, Lithium-Akkus auf einer nicht brennbaren Unterlage und in einem Raum mit Rauchmelder zu laden.

Die Reste eines Fahrradakkus: Einige der Zellen sind aufgeplatzt.
Die Reste eines Fahrradakkus: Einige der Zellen sind aufgeplatzt.

Neben Frostwerten können auch hohe Temperaturen Auswirkungen haben. In der Bedienungsanleitung zu seinem „Power Pack 300/400/500“ weist zum Beispiel der Hersteller Bosch darauf hin, den Akku vor dauernder Sonnen­einstrahlung zu schützen, und das abgebildete Piktogramm zeigt eine Maximaltemperatur von 50 °C. In den meist schwarzen Gehäusen der Akkupacks kann dieser Wert im Sommer freilich überschritten werden. Auf Nachfrage gab der Bosch eBike Service jedoch Entwarnung: Es sei unproblematisch, die Elektrofahrräder bei Sonnenschein abzustellen. Wärme könne allerdings dazu führen, dass der Alter­ungsprozess eines Akkus beschleunigt werde, erläutert Bosch den Sicherheitshinweis. Lithium-Akkus sind üblicherweise bis zu einer Temperatur von 80 °C zugelassen. Bei höheren Werten besteht die Gefahr einer Schädigung oder sogar einer Brandentstehung.

Auch Überladungen können zum Defekt im Akku und damit zum thermischen Durchgehen führen. Dabei wird die gespeicherte Energie explosionsartig freigesetzt. Um Überladungen zu vermeiden, dürfen Akkupacks von Elektrofahrrädern ausschließlich mit dem vom Hersteller vorgesehenen Ladegerät aufgeladen werden.

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