Schornsteinfundament sackt ab

Zwischen Schornstein und Haus ist ein Spalt entstanden.
Zwischen Schornstein und Haus ist ein Spalt entstanden.

Bei der Feier in einem kleinen Fachwerkhaus ahnten die Gäste nicht, dass über ihnen gerade ein Feuer entstand. Erst als ein Gast vor die Tür ging, sah er den Brand im Bereich des Dachbodens.

Die Feuerwehr konnte die Flammen löschen, ehe das Häuschen großen Schaden nahm. Ein IFS-Gutachter untersuchte vor Ort, wie es überhaupt zum Brandausbruch hatte kommen können.

An das Gebäude grenzte ein gemauerter Schornstein, der wesentlich neuer war als das Haus selbst. Über ihn wurden die Rauchgase des Kamins abgeleitet, der sich im Erdgeschoss befand. Es war nicht zu übersehen, dass es zwischen Haus und Schornstein einen breiten Spalt gab.

Ein Blick in den Spalt: Der Pfeil zweigt auf die Lücke zwischen den beiden Teilen des Abgasrohres.
Ein Blick in den Spalt: Der Pfeil zweigt auf die Lücke zwischen den beiden Teilen des Abgasrohres.

In diesem Bereich zeigten Risse im Mauerwerk, dass einmal eine feste Verbindung bestanden und sich der Spalt erst später aufgetan hatte. Ganz frisch war er aber auch nicht, wie Verschmutzungen belegten.

Beim Blick in die Lücke zwischen Kamin und Haus konnte der Gutachter die Brandursache sehen: Das keramische Abgasrohr, das vom Kamin zum Schornstein verlief, war hier getrennt worden.

Zum Zeitpunkt der Brandentdeckung war der Kamin etwa fünf Stunden in Betrieb gewesen. Davor wurde er nach Angabe der Hauseigentümerin mehrere Monate nicht genutzt. An der getrennten Stelle des Abgasrohres konnten die heißen Rauchgase austreten und darüber liegende, brennbare Materialien entzünden. Entsprechend lag der Brandschwerpunkt auf Höhe des Dachbodens über der Trennstelle.

Die Wasserwaage zeigt: Der Schornstein ist nicht im Lot.
Die Wasserwaage zeigt: Der Schornstein ist nicht im Lot.

Was das Auge längst entdeckt hatte, bestätigte die Wasserwaage: Der Kamin war deutlich aus dem Lot geraten – das Fundament war abgesackt.

Offen blieb, warum niemand der offensichtlichen Schieflage Beachtung geschenkt hatte. Noch zwei Tage vor der Brandentstehung sei der Schornsteinfeger im Haus gewesen, sagte die Eigentümerin dem Gutachter. Der Fachmann hätte nicht übersehen dürfen, welches Brandrisiko durch den abgesackten Schornstein entstanden war.

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