Ein Anschluss mit drei Fehlern

Der Ölofen steht im Mittelpunkt der Brandschäden.
Der Ölofen steht im Mittelpunkt der Brandschäden.

In der Erdgeschosswohnung eines kleinen Mehrfamilienhauses kam es zum Brandausbruch. Es gelang der Feuerwehr, den Brand auf einen Raum einzugrenzen. Schnell rückte der dort aufgestelle Ölofen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, als ein Polizeibeamter bemerkte, dass aus den Anschlussschläuchen eine recht große Menge Öl ausgetreten war.

Zu dem Feuer war es gekommen, weil sich das ausgetretene Öl an den heißen Oberflächen des Ofens oder bereits durch die Strahlungswärme entzündet hatte. Doch warum war das Öl überhaupt ausgelaufen?

Der verwendeten Schraubverbindung fehlt der notwendige konisch dichtende Einsatz.
Der verwendeten Schraubverbindung fehlt der notwendige konisch dichtende Einsatz.

Nachdem er die Schadenstelle in Augenschein genommen hatte, asservierte der beauftragte IFS-Gutachter den Ofen samt Anschlussschläuchen für eine Untersuchung im Labor. Am Ofen selbst gab es keine Auffälligkeiten; an den Anschlüssen hingegen gleich mehrere.

Die Verschraubungen waren nur handfest angezogen, so dass der Gutachter sie ohne Werkzeug lösen konnte. Außerdem passten die Verbindungsstücke nicht zueinander. Vorgesehen war eine über einen Metallkonus dichtende Verbindung, wie sie in Bild 3 zu sehen ist. Statt dessen wurde die Verbindung ohne Konus erstellt, wie Bild 2 zeigt.

Eine geöffnete Schraubverbindung mit konisch dichtendem Einsatz.
Eine geöffnete Schraubverbindung mit konisch dichtendem Einsatz.

Der Ölofen war zwei Tage vor dem Feuer von einem Mieter angeschlossen worden, und dabei waren ihm mehrere gefährliche Fehler unterlaufen: Die nur handfest angezogene Schraubverbindung ohne den konischen Metalleinsatz mag im ersten Augenblick dicht gewesen sein. Aber eine dauerhaft dichte Verbindung hatte der Mann nicht hergestellt – die Verbindung löste sich mit der Zeit, und Öl trat aus.

Zudem war der Ofen ohne den vorgeschriebenen Druckminderer angeschlossen. Auch die Abnahme durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger fehlte. Sie ist für jede Feuerstätte vor Inbetriebnahme vorgeschrieben.

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