Wenn Sicherheitseinrichtungen nicht verstanden werden

Die Leckage lag oberhalb der Wartungsöffnung des Speichers.
Die Leckage lag oberhalb der Wartungsöffnung des Speichers.

Wasser dehnt sich beim Erwärmen aus. Das ist auch in Trinkwassererwärmern so. Um zu hohe Drücke in der Trinkwasserinstallation und ein Zurückdrücken in das öffentliche Versorgungsnetz zu verhindern, müssen spezielle Sicherheitseinrichtungen installiert werden.

Im hier beschriebenen Fall hatte der Monteur das auch gemacht. Leider baute er zusätzlich noch einen sogenannten Systemtrenner ein, der hier nicht nur fehl am Platze war, sondern den Schaden sogar verursachte: In dem betroffenen Einfamilienhaus riss der Warmwasserspeicher auf, und es kam zu einem Wasserschaden.

Dort ist hinter der Isolierung die Behälterwand gerissen und nach außen gewölbt.
Dort ist hinter der Isolierung die Behälterwand gerissen und nach außen gewölbt.

Bei der Untersuchung vor Ort stellte der IFS-Gutachter fest, dass der Speicher oberhalb der Wartungsöffnung aufgerissen war. Im Verlauf des Kaltwasserzulaufes zum Speicher war – wie von der einschlägigen Norm und auch vom Speicherhersteller gefordert – ein 8-bar-Sicherheitsventil verbaut.

Zusätzlich befand sich hier aber zwischen Sicherheitsventil und Speicher auch noch der Systemtrenner. Dieser war mit zwei Rückschlagventilen ausgestattet. Systemtrenner werden üblicherweise zwischen Heizungs- und Trinkwassersystemen eingesetzt, z. B. damit beim Auffüllen der Heizung kein Rückfluss von unsauberem Heizungswasser in das Trinkwassersystem erfolgen kann.

Innerhalb des Kaltwasserzulaufes zum Speicher (S) sind ein Sicherheitsventil (roter Pfeil) sowie ein Systemtrenner (rote Rechteckmarkierung) verbaut. Der Systemtrenner befindet sich in Fließrichtung zwischen Sicherheitsventil und Speicher .
Innerhalb des Kaltwasserzulaufes zum Speicher (S) sind ein Sicherheitsventil (roter Pfeil) sowie ein Systemtrenner (rote Rechteckmarkierung) verbaut. Der Systemtrenner befindet sich in Fließrichtung zwischen Sicherheitsventil und Speicher .

In diesem Fall verhinderte das Bauteil allerdings, dass das Sicherheitsventil seine Arbeit verrichten konnte: Als der Druck auf der Speicherseite anstieg, riegelte der Systemtrenner ab und trennte das Sicherheitsventil vom Speicher. So konnte es den dort entstehenden Druck nicht abbauen, und der Behälter platzte auf.

Hätte sich der Installateur an die einschlägige Norm und die Vorgaben des Speicherherstellers gehalten, wäre das nicht passiert. In beiden steht deutlich geschrieben, dass zwischen Speicher und Sicherheitsventil keine Absperreinrichtung eingebaut werden darf. Ob er es besonders gut gemeint hat und durch den Einbau von zwei Sicherheitseinrichtungen eine doppelte Sicherheit herstellen wollte, bleibt sein Geheimnis. Es ist wohl davon auszugehen, dass ihm die Funktionsweise und der Zweck der Bauteile nicht gänzlich klar waren. (Ma)

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