Selbstgebaute Schaltung ohne Sicherheitseinrichtung

An den ausgebauten Leitungsteilen ist zu sehen, dass die Dämmung geschmolzen ist.
An den ausgebauten Leitungsteilen ist zu sehen, dass die Dämmung geschmolzen ist.

Nach dem Kauf eines älteren Wohngebäudes ließ der neue Besitzer die Immobilie umfassend sanieren und renovieren. Den alten Warmwasserspeicher übernahm er jedoch – was sich als Fehler herausstellen sollte.
Eines Abends war das Wasser im Gebäude ungewöhnlich heiß. Am nächsten Tag gab es laute, schlagende Geräusche, und Wasserdampf trat aus der Installation. Die Temperaturen in den Zirkulations- und Warmwasserleitungen waren so hoch, dass die Pressverbindungen der Mehrschichtverbundrohre undicht wurden und die Dämmung der Rohre zum Teil schmolz.
Der Warmwasserspeicher mit Thermostat (1) und dem selbstgebauten Anschlussgehäuse des Elektroheizkörpers (2)
Der Warmwasserspeicher mit Thermostat (1) und dem selbstgebauten Anschlussgehäuse des Elektroheizkörpers (2)

Bei der Untersuchung der Schadenstelle stellte ein IFS-Gutachter fest, dass es sich bei der elektrischen Schaltvorrichtung für die Heizpatrone des Warmwasserspeichers offenbar um einen Eigenbau handelte. In einem separaten Gehäuse befand sich ein Schütz – ein elektronischer Schalter -, der verklebt und in einer Position hängengeblieben war. Durch diesen Defekt war eine Phase des Elektroheizkörpers permanent eingeschaltet, und das Wasser im Speicher wurde ständig weiter erhitzt.
Überprüfung der Lade- und Temperatursteuerung: Weil das Schütz defekt ist, ist eine Phase des Elektroheizkörpers des Wasserspeichers dauerhaft eingeschaltet.
Überprüfung der Lade- und Temperatursteuerung: Weil das Schütz defekt ist, ist eine Phase des Elektroheizkörpers des Wasserspeichers dauerhaft eingeschaltet.

In der DIN EN 60335-2-21 ist für Wassererwärmer die Installation eines Sicherheitstemperaturbegrenzers vorgeschrieben, der unabhängig vom Temperaturregler arbeiten muss und bei dessen Ausfall die Energiezufuhr unterbricht. Einen solchen STB gab es in der selbstgebauten Schaltung jedoch nicht. Der Elektromeister, der den Warmwasserspeicher nach der Haussanierung wieder in Betrieb genommen hatte, hatte zwar unter anderem eine neue Spannungsversorgung für das Schütz gelegt. Doch an dem Altbestand habe er keine Veränderungen vorgenommen und lediglich abschließend einen Funktionstest durchgeführt, teilte der Mann auf IFS-Anfrage mit.

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