Heizungsleitungen mit Frostschäden

Die Heizungsrohre liegen auf dem Spitzboden unter einer Mineralwolldämmung.
Die Heizungsrohre liegen auf dem Spitzboden unter einer Mineralwolldämmung.

Nachdem der Mietvertrag für eine Gewerbeimmobilie ausgelaufen war, stand das Gebäude etwa zwei Jahre leer. Vor dem ersten Winter ohne Nutzung hatte der Eigentümer die Heizungsanlage und die Trinkwasserinstallation entleert. Zumindest gab er das später zu Protokoll.

Als aber schließlich ein neuer Mieter gefunden war und die Heizungsanlage wieder befüllt werden sollte, baute sich kein Druck auf. Dann lief Wasser aus der Decke, und man fand drei Leckagen an den Kupferleitungen der Heizung, die auf dem Spitzboden des eingeschossigen Gebäudes lagen.

Eine Leckage an der markierten Stelle wurde bereits repariert.
Eine Leckage an der markierten Stelle wurde bereits repariert.

Die drei Undichtigkeiten wurden repariert, und man startete einen erneuten Versuch. Wieder scheiterte das Befüllen der Heizung, weil sich kein Druck in den Leitungen aufbaute. Das IFS wurde mit der Untersuchung des Falles beauftragt.

Das dritte Foto zeigt die drei Leitungsabschnitte, an denen die ersten Undichtigkeiten entdeckt wurden: Zwei der Rohrstücke sind aufgebläht und aufgerissen; am dritten Asservat hat sich eine Pressverbindung getrennt.

Zwei der Asservate sind aufgerissen, am dritten hat sich eine Pressverbindung gelöst.
Zwei der Asservate sind aufgerissen, am dritten hat sich eine Pressverbindung gelöst.

Diese Schäden sind durch einen stark überhöhten Innendruck entstanden. Das Auftreten drei solcher Schäden innerhalb eines Rohrleitungssystems ist ein klarer Beleg für eine Frosteinwirkung. Ohne Wasser in den Leitungen hätten diese Schäden allerdings nicht entstehen können. Möglicherweise hatte der Eigentümer die Leitungen nicht vollständig entleert.

Dass so viele Leckagen vorlagen – beim Untersuchungstermin hatte man noch nicht alle gefunden – sprach jedoch eher dafür, dass die Heizungsleitungen überhaupt nicht entleert worden waren.

Bei mehr als 80 Prozent der Leitungswasserschäden durch Frost sind leerstehende Gebäude betroffen oder solche, deren Nutzer temporär abwesend sind. Steht ein Gebäude im Winter leer, so sollten alle wasserführenden Leitungen entleert oder andere ausreichende Maßnahmen gegen eine Frosteinwirkung getroffen werden.

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