Feuer im Maschinenraum

Das Schiff lag zum Schadenzeitpunkt im Dock.
Das Schiff lag zum Schadenzeitpunkt im Dock.

Während ein Passagierschiff für Reparaturarbeiten im Dock lag, kam es zu einem Feuer im Maschinenraum. Brandbetroffen war ein Teil des Maschinenraumes, der Separatorenraum, in dem am Schadentag Schweißarbeiten durchgeführt wurden. Augenzeugen berichteten, dass sich plötzlich Flammen im Doppelboden gebildet und stichflammenartig ausgebreitet hatten. Das Feuer griff auf technische Einrichtungen über, war aber zweifellos nicht dort entstanden.
Im ausgebrannten, hinteren Bereich des Maschinenraumes steht ein offenes Fass.
Im ausgebrannten, hinteren Bereich des Maschinenraumes steht ein offenes Fass.

Wie in den geltenden Vorschriften gefordert, wurde während der Schweißarbeiten eine Brandwache aufgestellt. Auch Löschmittel standen vorschriftsmäßig bereit. Der Zusammenhang von Schweißarbeiten und Brandausbruch stand jedoch außer Frage. Wie hatte es also zu diesem Schaden kommen können?

Der beauftragte IFS-Gutachter fand im hinteren Teil des Brandraumes, wo die Schäden besonders ausgeprägt waren, ein offenes Fass mit Lappen. Mit einem Photoionisationsdetektor (PID) stellte er fest, dass die Lappen eine brennbare, flüchtige Flüssigkeit aufgesogen hatten. In einem anderen Teil des Maschinenraumes stand ein weiteres Fass. An dessen Kunststoffdichtung gab es Schmelzspuren, während der Verschluss vollkommen unbeschädigt war (siehe Bild 3).

Ein weiteres Fass, das zum Schadenzeitpunkt geöffnet war.
Ein weiteres Fass, das zum Schadenzeitpunkt geöffnet war.

Auch dieses Fass, das laut Aufschrift ein Reinigungsmittel enthielt, muss sich zur Brandzeit also im Separatorenraum befunden haben und geöffnet gewesen sein, und auch hier gab der PID ein Signal. In der Nähe fand der Gutachter einen Wischeimer, der ebenfalls Schmelzspuren zeigte und eine Flüssigkeit enthielt, in der mittels des PID ebenfalls Hinweise auf brennbare, flüchtige Bestandteile gefunden wurden. Er nahm verschiedene Proben für eine chemische Laboranalyse.

In allen Proben aus den Behältern sowie von einer Flüssigkeit, die sich am Boden zwischen den technischen Einrichtungen befunden hatte, wurden Reste von entzündlichen Reinigungsmitteln nachgewiesen. Ihre flüchtigen organischen Verbindungen hatten Gase gebildet, die sich am Boden des Separatorenraumes gesammelt hatten und durch einen Funken gezündet wurden.

In einem Raum, in dem geschweißt werden soll, hätten auf keinen Fall brennbare Flüssigkeiten offen gelagert werden dürfen. Das Fass mit dem Reinigungsmittel hätte – bei ausreichendem Abstand zu den Schweißarbeiten – zumindest verschlossen und die Eimer mit den Restflüssigkeiten sowie das Fass mit den Lappen hätten vor Aufnahme der Heißarbeiten aus dem Maschinenraum entfernt werden müssen.

Diesen Beitrag weiterempfehlen