Erst brannte das Licht, dann das Regal

Blick auf den Brandschwerpunkt im Bereich der Anprobekabinen
Blick auf den Brandschwerpunkt im Bereich der Anprobekabinen

Am späten Nachmittag schloss die Pächterin einer Boutique ihre Geschäftsräume hinter sich zu. Als sie am nächsten Morgen zurückkehrte, funktionierte das Licht im Aufgang der Tiefgarage nicht mehr. Beim Aufschließen der Eingangstür waren die Verkaufsräume verraucht.

Die Frau eilte in den benachbarten Friseursalon, wo man schon früher am Morgen einen ungewöhnlichen Geruch bemerkte hatte, ihn aber nicht zuordnen konnte. Der Friseur rief die Feuerwehr.

An der markierten Stelle war direkt über einem Regal eine Wandleuchte montiert.
An der markierten Stelle war direkt über einem Regal eine Wandleuchte montiert.

Wie sich herausstelle, hatte es in der Nacht ein Feuer im Bereich der Anprobekabinen gegeben. Durch den Sauerstoffmangel in den geschlossenen Räumen waren die Flammen von selbst erloschen, bevor sich ein Vollbrand entwickeln konnte.

Dem Spurenbild nach war das Feuer an einer Wandleuchte entstanden, die über einem Regal montiert gewesen war. Der Gutachter fand deren Reste, aber kein Leuchtmittel. Zur Untersuchung erhielt er außerdem eine baugleiche Wandleuchte.

Die Reste der Wandleuchte und eine Vergleichsleuchte werden im Labor untersucht.
Die Reste der Wandleuchte und eine Vergleichsleuchte werden im Labor untersucht.

Einen technischen Defekt konnte er durch die Untersuchung ausschließen. Kurzschluss-Spuren im Bereich der Anschlussleitung zwischen Schalter und Leuchte belegten jedoch, dass die Leuchte zum Brandzeitpunkt eingeschaltet war.

Auf dem Regal, über dem sie sich ursprünglich befunden hatte, hatten verschiedene Textilien gelegen. In diesem Bereich muss es zu einem Wärmestau und schließlich zur Brandentstehung gekommen sein.

Leuchten gehören zu den typischen Brandrisiken in Gebäuden. Um Schäden vorzubeugen, ist es vor allem wichtig, sie richtig zu platzieren. Lesen Sie dazu auch den Expertenbeitrag unseres Gutachters im Magazin „schadenprisma“.

Diesen Beitrag weiterempfehlen