Ein spannender Montagefehler

Das schadenursächliche T-Stück hinter der geöffneten Vorwandkonstruktion
Das schadenursächliche T-Stück hinter der geöffneten Vorwandkonstruktion

Im Flur eines vier Jahre alten Einfamilienhauses lösten sich die Fußleisten von der Wand. Die aufwändige Suche nach der Ursache führte zu einem Wasserschaden im angrenzenden Bad. Dort war hinter einer gefliesten Vorwand ein Kunststofffitting in einer Warmwasserleitung gerissen. Bei der Erstellung der Leitung war dem Monteur ein Fehler unterlaufen.

Eine Gutachterin des IFS untersuchte die Schadenstelle: Die geflieste Wand im Badezimmer war bereits geöffnet. Dahinter befand sich eine Steigleitung zum Obergeschoss. In diese war das schadenursächliche T-Stück eingebaut worden, um die Zuleitung zum Waschtisch anzuschließen. Schon auf den ersten Blick fiel auf, dass diese Zuleitung nicht rechtwinklig zur Steigleitung verlief (siehe Bilder 1 und 2). Direkt hinter der Schiebehülsenverbindung war sie nach unten und nach hinten gebogen. Außerdem war sie im weiteren Verlauf nicht befestigt und hing durch.

Detailansicht des T-Stücks: Die nach rechts verlaufende Rohrleitung ist deutlich aus der waagerechten Ebene des seitlichen Abgangs des T-Stücks (grüne Linie) gebogen (rote Linie).
Detailansicht des T-Stücks: Die nach rechts verlaufende Rohrleitung ist deutlich aus der waagerechten Ebene des seitlichen Abgangs des T-Stücks (grüne Linie) gebogen (rote Linie).

Der rechtwinklige Abgang des T-Stücks war beschädigt. Hier war das Wasser aus einem etwa sieben Millimeter langen Riss ausgetreten. Wie die weitere Untersuchung im Labor zeigte, war dieser Riss eindeutig durch eine äußere Krafteinwirkung auf das seitlich abgehende Rohrstück verursacht worden.

Die Ursache für diese Krafteinwirkung war der verspannte Einbau der Teile. Der Monteur hatte das seitliche Rohr nach dem Erstellen der Verbindung gebogen. Das ist nicht zulässig. Auch der Hersteller des Systems gibt in seiner Technischen Information vor, dass eine erforderliche Biegung des Rohres vor der Verpressung durchgeführt werden muss.

Das T-Stück ist im Fittingkörper im Übergang zum seitlichen Abgang gerissen (Markierung).
Das T-Stück ist im Fittingkörper im Übergang zum seitlichen Abgang gerissen (Markierung).

Rohrleitungen und Bauteile in Trinkwasserinstallationen sind generell frei von unzulässig hohen Spannungen einzubauen. Der Monteur hätte also zuerst das Rohr so biegen müssen, dass es spannungsfrei und rechtwinklig auf das T-Stück aufgeschoben werden konnte und dann die Verbindung herstellen müssen. Außerdem hätte er das Rohr in dieser Position z.B. mit Schellen an der Vorwandkonstruktion befestigen müssen, damit es nicht nachträglich verrutscht und dadurch unzulässige Kräfte auf die Verbindung aufbringt. (Ma)

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