Hoverboard-Akku steht beim ersten Ladevorgang in Flammen

Die Verpackung zeigt, wie das Hoverboard vor dem ersten Aufladen des Akkus ausgesehen hat.
Die Verpackung zeigt, wie das Hoverboard vor dem ersten Aufladen des Akkus ausgesehen hat.

Am frühen Abend wurde eine Frau davon unterrichtet, dass es in ihrem Gartenhaus brennt. Gut drei Stunden zuvor hatte ihr Sohn sein neues Hoverboard im Wohnzimmer des Häuschens zum Laden angeschlossen. Schon bei diesem ersten Ladevorgang war der Lithium-Akku des Gerätes in Brand geraten.

Die Untersuchung im IFS ließ keine Zweifel an der Brandursache: An der Stelle, an der der Akku verbaut war, war das Hoverboard geborsten und besonders intensiv verbrannt. Die Akkuzellen wiesen an diversen Stellen Löcher auf, und bei einer war sogar der Pluspol abgesprengt.

An der Stelle, an der der Akku verbaut war, ist das Board aufgeborsten.
An der Stelle, an der der Akku verbaut war, ist das Board aufgeborsten.

Dieses Schadenbild zeigt, dass der Akku beim Laden explosionsartig in Brand geraten war. Wie so etwas aussieht, kann man sich in verschiedenen YouTube-Videos anschauen. Denn das Hoverboard hat im Internet bereits eine vom Hersteller sicher ungewollte Bekanntheit errungen.

Auch der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ist das Problem bekannt. Auf ihrem Produktsicherheitsportal hat sie einen Rückruf für die in China produzierten Boards veröffentlicht.

Ein Ball ist ein Ball – bei Hoverboards ist das etwas komplizierter. Das „elektrisch betriebene, zweispurige Rollbrett ohne Lenkstange, auf dem sich eine Person stehend fortbewegen kann“, wie Wikipedia das beliebte neue Spielzeug beschreibt, wird zum Beispiel auch als E-Board, Balance-Board, Self-Balancing-Scooter oder Mini-Segway bezeichnet.

An dieser Akkuzelle ist der Pluspol abgesprengt.
An dieser Akkuzelle ist der Pluspol abgesprengt.

Die betroffenen Geräte wurden unter verschiedenen Bezeichnungen über das Internet vertrieben – zu einem relativ günstigen Preis. Das Balance-Board aus dem hier beschriebenen Schadenfall hatte der junge Mann für 180 Euro bei einem Berliner Händler bestellt.

Auf der Internetseite der amerikanischen Verbraucherschutz-Kommission, auf die die BAuA verweist, wird der Verkaufszeitraum von Juni 2015 bis Mai 2016 angegeben. Zudem listet die Kommission diverse Hersteller und Produktnamen auf, unter denen die Boards verkauft wurden.

Produkte mit Lithium-Akku haben mittlerweile einen großen Anteil an den Warnungen und Rückrufen wegen Brandgefahr. Kaum ein Monat vergeht ohne eine neue Meldung. Lesen Sie dazu auch den Beitrag aus unserem aktuellen IFS-Report.

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