Angaben konnten nicht stimmen

Einer der drei Rohrabschnitte bei der Laboruntersuchung: Der Riss verläuft durch die beiden Fittings, die in drei Teile zerbrochen sind.
Einer der drei Rohrabschnitte bei der Laboruntersuchung: Der Riss verläuft durch die beiden Fittings, die in drei Teile zerbrochen sind.

Nach mehr als zwei Jahren Leerstand sollte ein Haus wieder vermietet werden. Kurz nachdem der abgesperrte Hauptwasserhahn geöffnet wurde, lief in zwei Räumen im Erdgeschoss eine große Menge Wasser durch die Decke. Es kam aus dem Badezimmer im Obergeschoss, wo am Kaltwasser- und am Warmwasserzulauf zum Waschbecken sowie am Zulauf der Badewanne Rohre und Fittings gebrochen waren.
Der betroffene Warmwasseranschluss befindet sich beim Ortstermin des Gutachters noch in der Vorwandinstallation.
Der betroffene Warmwasseranschluss befindet sich beim Ortstermin des Gutachters noch in der Vorwandinstallation.

Ein IFS-Gutachter sah sich an der Schadenstelle um und untersuchte die drei betroffenen Leitungsabschnitte im Labor. Bei der mikroskopischen Untersuchung der Bruchflächen zeigte sich an allen betroffenen Bauteilen das Bild von spröden Gewaltbrüchen.

Für eine mechanische Beschädigung gab es keine Hinweise. Sie war in der Vorwandinstallation zudem mehr als unwahrscheinlich. Auch einen Produktfehler konnte der Gutachter ausschließen, zumal in der Installation, die zuvor knapp zwanzig Jahre fehlerfrei funktioniert hatte, zeitgleich an drei Stellen Rohrbrüche auftraten.

Die Risse an den PVC-Fittings und -Rohren waren durch eine Krafteinwirkung von innen – also durch einen Druckanstieg in den Leitungen – entstanden. Ein charakteristisches Schadenbild bei Frosteinwirkung.

Mikroskopische Aufnahme der Bruchfläche eines untersuchten Rohrabschnitts mit Ablagerungen und Dehnungsmerkmalen; letztere belegen einen Gewaltbruch.
Mikroskopische Aufnahme der Bruchfläche eines untersuchten Rohrabschnitts mit Ablagerungen und Dehnungsmerkmalen; letztere belegen einen Gewaltbruch.

Dies war die einzig plausible Erklärung für das Schadenbild im Badezimmer. Nachdem das Gebäude nicht mehr bewohnt und beheizt wurde, seien alle wasserführenden Leitungen abgesperrt und entleert worden, sagten die Versicherungsnehmer. Doch diese Angabe konnte nicht stimmen. Restwasser in den Leitungen hätte einen solchen Schaden nicht verursachen können.

Wasserführende Systeme müssen vor Frost geschützt werden. Dies betrifft nicht nur leerstehende Gebäude, sondern auch frostgefährdete Bereiche in bewohnten und beheizten Häusern. Der IFS-Wintercheck (LINK) hilft, Ihre Immobilie schadenfrei durch die kalte Jahreszeit zu bringen.

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