Andere Schaltung könnte Saunabrände verhindern

Blick auf die verbrannte Saunakabine
Blick auf die verbrannte Saunakabine

Mancher schwört auf den regelmäßigen Saunagang, andere können dem freiwilligen Schwitzen nichts abgewinnen. Häufig schwindet die Begeisterung auch so schnell, wie sie gekommen ist, und so fristen zahllose Saunakabinen ihr Dasein als Abstellkammer.

So war es auch im hier beschriebenen Fall: Die betroffene Familie hatte ein Haus inklusive Sauna gekauft, nutzte letztere jedoch nicht im vorgesehenen Sinne. Weil es aber, wie wir aus eigener Erfahrung wissen, ein unumgängliches Gesetz des Wohnens ist, dass auf einer freien Fläche früher oder später etwas abgestellt wird, sammelten sich im Laufe der Zeit allerlei Gegenstände in der vier Quadratmeter kleinen Kabine.

Die Bänke und allerlei Gegenstände wurden im Zuge der Löscharbeiten aus der Sauna ins Freie gebracht.
Die Bänke und allerlei Gegenstände wurden im Zuge der Löscharbeiten aus der Sauna ins Freie gebracht.

Koffer, Elektrogeräte, Kunststoffkisten und Pappkartons, all das türmte die Feuerwehr eines Nachts schließlich zu einem Haufen Schutt im Vorgarten des Hauses auf, denn in der Sauna war ein Brand ausgebrochen. Auch die Bänke und andere Holzteile lagen im Brandschutt vor dem Gebäude, als ein IFS-Gutachter die Schadenstelle später untersuchte.

Dem Spurenbild nach wurde brennbares Material entzündet, das auf dem Saunaofen gelegen hatte. Die Steuerung zeigte, dass der Ofen eingeschaltet war. Am Drehregler für den Timer waren 3,5 Stunden Vorwahlzeit eingestellt, was den Brandausbruch mitten in der Nacht erklärte.

Die Saunasteuerung
Die Saunasteuerung

Dieser Schadenvorgang ist ein Klassiker, den das IFS schon häufig untersucht hat: Eine Sauna wird nicht mehr benötigt, lauter Kram sammelt sich darin an, und schließlich schaltet jemand aus Versehen den Ofen ein. All das ließe sich verhindern, wenn man den Saunaofen einfach vom Stromnetz trennen würde.

Jedoch kommt das häufig nicht in Frage, weil dann auch das Licht in der Kabine nicht mehr funktionieren würde. So war es auch in diesem Fall. Die Kippschalter für das Licht und den Ofen lagen zudem direkt übereinander. Da konnte es schnell geschehen, versehentlich den falschen Schalter umzulegen.

Viele Saunabrände würden verhindert, wenn die Schaltung es erlauben würde, Licht und Ofen getrennt vom Netz zu nehmen. Zudem könnten die Hersteller Schäden mit technischen Maßnahmen vorbeugen, die eine Fehlbedienung erschweren und deutlich signalisieren, wenn der Saunaofen – auch zeitverzögert – eingeschaltet wurde.

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