Brand in einer als Lager genutzten Hotelsauna

Blick auf den Saunaofen und die Brandspuren an der Wand
Blick auf den Saunaofen und die Brandspuren an der Wand

In einem Hotel holte eine Angestellte Trinkbecher aus dem Keller. Diese lagerten – neben allerlei anderen Utensilien – in einer ausgedienten Sauna. Eine Stunde später stand die Sauna in Flammen. Sie wurde von der alarmierten Feuerwehr gelöscht.

Das IFS untersuchte später die Schadenstelle. Dabei stellte der Gutachter anhand der Brandspuren fest, dass das Feuer vom Saunaofen ausgegangen war. An dessen Oberseite waren Anhaftungen von verkohlten Textilien vorhanden. Im Brandschutt, der zum Teil von den Einsatzkräften aus der Sauna herausgeräumt worden war, fanden sich neben Kartonagen auch angebrannte Textilien, wie z.B. Kissenbezüge.

Auf der Oberseite des Saunaofens sind verkohlte Textilreste vorhanden (Pfeil).
Auf der Oberseite des Saunaofens sind verkohlte Textilreste vorhanden (Pfeil).

Doch was war der eigentliche Brandauslöser? Die Stromversorgung des Saunaofens zeigte keine Auffälligkeiten. Die Isolierungen aller elektrischen Leitungen waren intakt. Der Gutachter demontierte die Saunasteuerung und untersuchte sie später im Labor. An einer elektrischen Leitung stellte er Lichtbogenspuren in Form von Kupferschmelzperlen fest. Die Spuren belegten, dass die Leitung zum Brandzeitpunkt unter Spannung stand. Aufgrund der Position der Saunasteuerung am Brandort konnte er sie als Brandursache jedoch eindeutig ausschließen. Die Schmelzspuren waren erst im Brandverlauf entstanden.

Weil im Brandausbruchsbereich keine anderen Zündquellen vorhanden waren, konnte das Feuer nur durch die Entzündung brennbarer Materialien durch die abgegebene Hitze des Saunaofens entstanden sein. Er musste unbemerkt in Betrieb genommen worden sein, möglicherweise beim Einschalten des Lichtes in der Sauna. Da diese als Abstellraum genutzt wurde, entzündeten sich auf dem Ofen gelagerte Textilien, wie z.B. die Kissenbezüge.

Die Kupferschmelzperlen an einer durchtrennten elektrischen Leitung der Saunasteuerung zeigen, dass diese unter Spannung stand.
Die Kupferschmelzperlen an einer durchtrennten elektrischen Leitung der Saunasteuerung zeigen, dass diese unter Spannung stand.

Leider trifft das IFS sehr häufig auf diese Brandursache. Sowohl im gewerblichen als auch im Privatbereich führen immer wieder Fehler im Umgang mit Saunen zu Bränden. Dabei sind insbesondere das unbeabsichtigte oder das unbeaufsichtigte Einschalten des Saunaofens zu nennen. Wenn dann noch Gegenstände auf dem Ofen liegen, z.B. weil die Sauna inzwischen als Abstellkammer genutzt wird, ist ein Feuer die schnelle Folge.

Wer sich tiefer mit dem Thema auseinander setzen möchte, findet hier weitere Informationen. (Ma)

Diesen Beitrag weiterempfehlen