Frostwächter setzt Produktionshalle in Brand

Ein Teil der Halle wurde zerstört. Der Pfeil deutet auf den Bereich, in dem sich der Kompressorraum befunden hat.
Ein Teil der Halle wurde zerstört. Der Pfeil deutet auf den Bereich, in dem sich der Kompressorraum befunden hat.

Mitarbeiter der Nachtschicht entdeckten Feuer an einem fremden Betriebsgebäude, das sich auf dem selben Gelände befand. Er handelte sich um die Produktionshalle einer Zimmerei. Durch den Brand wurde sie in Teilbereichen zerstört.

In der Halle hatten sich Maschinen zur Holzbearbeitung befunden. Außerdem gab es dort einen Kompressorraum, dessen Wände, Decke und Boden aus Grobspanplatten gebaut worden waren. In diesem Bereich war das Feuer dem Spurenbild nach entstanden.

Im Brandschutt liegen die Reste eines Heizgerätes.
Im Brandschutt liegen die Reste eines Heizgerätes.

Der IFS-Gutachter, der die Brandstelle später untersuchte, konnte innerhalb des Kompressorraumes einen Schadenschwerpunkt ausmachen. Dort lagen im Brandschutt die Reste eines Heizgerätes.

Das Gerät, so erfuhr der Gutachter, war als Frostwächter im Kompressorraum installiert gewesen. Verbunden mit einem Temperaturfühler wurde es beim Unterschreiten eines eingestellten Wertes automatisch eingeschaltet.

Das Heizgerät wird im Labor untersucht.
Das Heizgerät wird im Labor untersucht.

Zu dem Frostwächter fand der Gutachter in den Unterlagen der Zimmerei noch weitere interessante Informationen: Der TÜV hatte ein halbes Jahr zuvor im Zuge einer Überprüfung angemerkt, dass der Frostwächter für den Kompressorraum nicht geeignet war. Das Heizgerät war ausschließlich für den Einsatz im privaten, nicht im gewerblichen Bereich vorgesehen. Mit Hinweis auf eine Brandgefahr hatte das Prüfinstitut gefordert, es unverzüglich aus dem Kompressorraum zu entfernen.

Sechs Monate vergingen, ohne dass im Unternehmen auf die Sicherheitswarnung reagiert wurde. Mittlerweile war es Herbst, und der Frostwächter war noch immer in der Zimmerei installiert. In der Schadennacht sprang er wegen eines Kälteeinbruchs wie programmiert an. Dabei müssen sich Ablagerungen von Holzstäuben am Heizstab entzündet haben. Solche Verunreinigungen lassen sich in einem Holz verarbeitenden Betrieb selbstverständlich nicht vermeiden, darum hätte ein Heizgerät dieser Bauart dort nie eingesetzt werden dürfen.

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