Diverse Montagefehler und ein Schadenfall

Der Pfeil markiert die Leckagestelle an dem Mehrschichtverbundrohr. Im Wasserbad wird die Undichtigkeit sichtbar (kleines Bild).
Der Pfeil markiert die Leckagestelle an dem Mehrschichtverbundrohr. Im Wasserbad wird die Undichtigkeit sichtbar (kleines Bild).

Theorie und Praxis sind oft nicht deckungsgleich, und bei der Installation von Trinkwasserleitungen läuft vor Ort manches sicher nicht immer nach Handbuch. Nach einem Wasserschaden in einem Restaurant bekam das IFS einen Leitungsabschnitt zugeschickt, der auch die Improvisationskünstler unter den Handwerkern staunen ließe.

Das Bild rechts zeigt das Asservat mit zwei Auslaufventilen, einer Wanddurchführung und Mehrschichtverbundrohren, die über Pressverbindungen an einem T-Stück fixiert sind. Die Wanddurchführung ist aus fünf Hahnverlängerungen zusammengeschraubt.

Die Leckage liegt an einem der Mehrschichtverbundrohre und wird auf dem Foto von dem Pfeil gekennzeichnet.

Auf der Rohrinnenseite ist Weißbruch im Kunststoff zu sehen und die Aluminiumschicht ist gebrochen.
Auf der Rohrinnenseite ist Weißbruch im Kunststoff zu sehen und die Aluminiumschicht ist gebrochen.

Nachdem der Leitungsabschnitt zusammengebastelt worden war, muss der Monteur ihn im Bereich des kurzen Rohrstückes gebogen haben. Dafür gibt es mehrere Belege: Auf der Innenseite des aufgetrennten Rohres sieht man im Kunststoff Weißbruch, und die Aluminiumschicht ist in diesem Bereich gebrochen.

Nach dem Entfernen der Presshülsen kommt außerdem ein Wanddurchbruch in der äußeren Kunststoffschicht zum Vorschein.

Ein Wanddurchbruch in der äußeren Kunststoffschicht
Ein Wanddurchbruch in der äußeren Kunststoffschicht

Zum Schaden war es also gekommen, weil das Mehrschichtverbundrohr direkt an der Presshülse abgeknickt worden war. Daneben – und von der kreativen Erstellung der Wanddurchführung abgesehen – fand die IFS-Gutachterin noch zahlreiche andere Installationsfehler: Die Rohre waren nicht entgratet und nicht rechtwinklig abgelängt worden. Auch wurden sie zum Teil nicht weit genug in die Presshülsen eingeschoben.

Ein, nach eigenen Angaben, „Fachbetrieb für Elektro-Heizung-Sanitär“ hatte die Installation nach Umbauarbeiten in der Restaurantküche vorgenommen.

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