Brandausbruch bei der Trocknung

Die Bohrungen vom Wohnraum aus betrachtet: Über einigen Löchern sind Rußfahnen zu sehen.
Die Bohrungen vom Wohnraum aus betrachtet: Über einigen Löchern sind Rußfahnen zu sehen.

Feuchtes Mauerwerk kann mit Stabheizungen getrocknet werden. Diese werden in Bohrungen eingeführt und heizen die Wand auf. Allerdings ist es dabei wichtig, Materialien und Temperatur im Auge zu behalten, wie dieser Schadenfall zeigt.

Weil in einem vermieteten Einfamilienhaus die Wand zwischen der Küche und einem Wohnraum gegen aufsteigende Feuchtigkeit abgedichtet werden sollte, bohrte ein Fachmann zunächst vom Wohnraum aus Löcher in den bodennahen Bereich der Wand. Er führte die Stabheizungen ein und stellte sie auf 300 °C ein. Wenig später rauchte es aus den Löchern.

In der Küche kommen nach dem Entfernen der Fußleiste Brandzehrungen zum Vorschein.
In der Küche kommen nach dem Entfernen der Fußleiste Brandzehrungen zum Vorschein.

Nach Rücksprache mit seinem Chef regelte der Mann die Heizungen auf 200 °C herunter und verließ das Gebäude. Die Küche war während der Arbeiten abgeschlossen gewesen, da die Mieterin nicht zu Hause war. Als sie zurückkehrte und die Küche aufschloss, schlug ihr Rauch entgegen.

Der Trocknungsexperte hatte vom Wohnraum aus durch die Wand bis in die Küche gebohrt. Dort erreichten die – zunächst auf 300 °C eingestellten – Stabheizungen die hölzernen Fußleisten und überhitzten das brennbare Material. Auch bei 200 °C wäre eine Überhitzung übrigens möglich gewesen.

Nachdem vom Wohnraum aus bereits Rauch aus den Löchern zu sehen war, hätte der Fachmann das Haus nicht einfach verlassen dürfen, ohne einen Blick in die Küche zu werfen – abgeschlossen oder nicht.

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