Badheizkörper von den Anschlussrohren gedrückt

Die Zweirohranschlussarmatur mit den Zuleitungen und dem Kunststoff-Abstandshalter (links) inklusive der Schraube, die nicht eingebaut wurde
Die Zweirohranschlussarmatur mit den Zuleitungen und dem Kunststoff-Abstandshalter (links) inklusive der Schraube, die nicht eingebaut wurde

Weil der 15 Monate zuvor installierte Badheizkörper von den Anschlussrohren gedrückt wurde, entstand in einem Haus ein erheblicher Wasserschaden. Alle Verbindungsteile wurden ins IFS geschickt, wo ein Gutachter die Ursache für das Lösen der Anschlussverschraubungen ermitteln sollte. Er erhielt außerdem Fotos von der Einbausituation.

Zur Laboruntersuchung lagen die Zweirohranschlussarmatur samt Klemmverschraubungen vor sowie die Edelstahlrohre, die daran angeschlossen gewesen waren. Darüber hinaus standen dem Gutachter zwei neue, baugleiche Verschraubungen zur Verfügung.

Beispiel für die korrekte Anordnung der Komponenten: Gummidichtung, Druckring, Klemmring und Verschraubung
Beispiel für die korrekte Anordnung der Komponenten: Gummidichtung, Druckring, Klemmring und Verschraubung

Bei den Versuchen im Labor zeigte sich, dass alle Verschraubungen fehlerfrei waren. Bei fachgerechter Montage hielt jede Verbindung, die der Gutachter herstellte, einer Druckprüfung stand.

Die Verschraubungen waren in erster Linie für Kupferrohre vorgesehen. Zu den Komponenten zählte ein Klemmring mit sägezahnartigen Krallen, der sich beim Anziehen der Verschraubung in die Kupferrohrwand krallt und so das Lösen der Verbindung verhindert. Bei Edelstahlrohren, wie sie im betroffenen Badezimmer benutzt wurden, sollten die Rohrenden laut Montageanleitung aufgeweitet werden, um so das Herausrutschen der Rohre aus der Verbindung zu verhindern. Denn dieses härtere Material können die Messingklemmringe nicht einkerben.

Der segmentierte Klemmring hat sägezahnartige Krallen.
Der segmentierte Klemmring hat sägezahnartige Krallen.

Der Monteur hatte die Edelstahlrohre aber nicht aufgeweitet. Am Zustand der Klemmringe konnte der Gutachter außerdem erkennen, dass die Verbindungen nicht fest angezogen wurden. Auf den Fotos von der Einbausituation sah er noch einen weiteren Montagefehler, der den Schaden nicht verursacht, aber begünstigt hatte: Zu der Installation gehörte ein Abstandshalter aus Kunststoff, der im Bild 1 links zu sehen ist. Dieser Abstandshalter hätte mit einer Schraube fixiert werden müssen, doch auch das hatte der Monteur nicht getan.

Um weitere Schäden zu verhindern, riet der Gutachter, die übrigen Heizkörperanschlüsse im Haus auf ähnliche Montagemängel zu überprüfen.

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