Nicht jeder wird aus Schaden klug

Der Abgang des T-Stückes ist locker.
Der Abgang des T-Stückes ist locker.

Das IFS hatte bereits zwei Leitungswasserschäden untersucht, die in einem erst drei Jahre alten Gebäude entstanden waren. Nun wurde es zum dritten Mal zu Rate gezogen. Wie in den früheren Fällen, war wieder eine T-Stück-Verbindung aus Kunststoff gebrochen, und es sollte sich zeigen, dass auch das Untersuchungsergebnis mit den beiden vorangegangenen übereinstimmte.

Bei der Laboruntersuchung des Asservates fiel zunächst auf, dass der reduzierte Abgang (im Bild oben) locker war. Die Gutachterin trennte die Pressverbindungen auf.

Nach dem Auftrennen der Pressverbindungen ist zu sehen, dass der Abgang abgebrochen ist.
Nach dem Auftrennen der Pressverbindungen ist zu sehen, dass der Abgang abgebrochen ist.

Nun war deutlich der Abbruch des Kunststoffabgangs zu sehen. Unter dem Rasterelektronenmikroskop (REM) gab die Bruchfläche die Ursache hierfür preis: Die Struktur zeigte einen Gewaltanriss und mehrere Abstufungen, in denen sich der Riss zeitlich versetzt ausgedehnt hatte (siehe Bild drei).

Da es mitten im Winter zu diesem Schaden gekommen und noch dazu die Heizung des Gebäudes kurz vorher für mehrere Tage ausgefallen war, sollte das IFS insbesondere prüfen, ob der Bruch auf eine Frosteinwirkung zurückgeführt werden konnte. Doch bei einem Frostschaden hätte es einen einmaligen Gewaltbruch gegeben und keine allmähliche Rissausbreitung, wie sie sich hier entwickelt hatte.

Die REM-Aufnahme zeigt einen Gewaltanriss und Abbruchstufen, die zeitlich versetzt entstanden.
Die REM-Aufnahme zeigt einen Gewaltanriss und Abbruchstufen, die zeitlich versetzt entstanden.

Das T-Stück war in der Zirkulationsleitung im Fußboden des Schadenobjektes installiert gewesen und damit Schwankungen der Wassertemperatur ausgesetzt. Mit den Temperaturänderungen gehen – insbesondere bei Kunststoffbauteilen – Längenänderungen einher, die hier nicht berücksichtigt wurden. Damit wurde der Abgang des T-Stücks immer wieder Kräften ausgesetzt, denen er nicht standhalten konnte.

Auch in den beiden vorangegangenen Schadenfällen hatte die Vernachlässigung der Längenänderungen zum Bruch an T-Verbindungen geführt. Die Gutachterin wies nochmals darauf hin, dass andere vorgeschädigte Bauteile ausgetauscht werden sollten, um weitere Leitungswasserschäden zu verhindern.

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