Falsche Pumpe fehlerhaft installiert

Das Kabel für den Alarmkontakt (Pfeil) liegt lose auf der Kondensatwasserpumpe und endet – was auf diesem Bild nicht zu erkennen ist – im mit Wasser gefüllten Estrichspalt.
Das Kabel für den Alarmkontakt (Pfeil) liegt lose auf der Kondensatwasserpumpe und endet – was auf diesem Bild nicht zu erkennen ist – im mit Wasser gefüllten Estrichspalt.

Der Einzug ins neu gebaute Haus lag erst 15 Monate zurück, als die Familie aufsteigende Feuchte an den Kellerwänden bemerkte. An einer Kondensatpumpe im Technikraum war Wasser ausgetreten, wie sich bei der Suche nach der Feuchtigkeitsquelle zeigte. Das IFS sollte feststellen, wie es dazu kommen konnte. Für die Ursachenermittlung erhielt der Gutachter die Pumpe, Bilder von der Einbausituation und verschiedene Unterlagen.

Die Pumpe war im Zusammenhang mit einer Wärmepumpe installiert worden und befand sich in einem Estrichspalt in einer Ecke des Kellerraums. Auf den Fotos, die der Hausbesitzer aufgenommen hatte, war zu sehen, dass Wasser in diesem Spalt stand. Zu erkennen war außerdem ein lose über der Pumpe liegendes Kabel, dessen offenes Ende im Wasser lag.

Im Kondensatbehälter gibt es bis zum oberen Rand Ablagerungen.
Im Kondensatbehälter gibt es bis zum oberen Rand Ablagerungen.

Bei diesem Kabel handelte es sich um den Anschluss des Alarms, der beim Erreichen des Höchststands im Kondensatbehälter vor einem Überlaufen warnen sollte. Dass es zum Überlaufen gekommen war, belegten Ablagerungen im Behälter und an dessen Deckel.

An den Leitungen am offenen Ende des Alarmkontaktkabels gab es keinerlei Klemmstellen oder Abdrücke – zweifellos waren sie nie angeschlossen worden. Beim Versuch, die Pumpe im Labor in Betrieb zu nehmen, stellte der Gutachter außerdem fest, dass sie überhaupt nicht mehr funktionierte.

An den Leitungen am offenen Ende des Alarmkontaktkabels sind keine Hinweise auf eine Montage (Klemmstellen, Abdrücke) zu sehen.
An den Leitungen am offenen Ende des Alarmkontaktkabels sind keine Hinweise auf eine Montage (Klemmstellen, Abdrücke) zu sehen.

Der Gutachter setzte sich mit dem Hersteller der Wärmepumpe in Verbindung und erfuhr so, dass die angeschlossene Kondensatpumpe sowohl das Behältervolumen als auch die Pumpenleistung betreffend deutlich unterdimensioniert war.

In der Installationsanleitung der Kondensatpumpe fand der Gutachter den ausdrücklichen Hinweis, die Überlaufsicherung grundsätzlich anzuschließen. Dort stand auch, dass Tank und Schwimmer des Gerätes jährlich gereinigt werden mussten. Die Mitarbeiter der ausführenden Firma hatten diese Pumpe dem Hausbesitzer gegenüber nie erwähnt. Die Unterlagen fand er auf der Wärmepumpe liegend und heftete sie mit den Dokumenten zur gesamten Anlage ab.

Die Fachleute hatten also die falsche Pumpe ausgewählt, sie falsch angeschlossen und dem Bauherren gegenüber nicht erwähnt, dass es sie gab und dass sie gewartet werden musste.

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