Wasserqualität berücksichtigen

Außen ist am Wärmetauscher eine kleine Ablagerung von grünen Korrosionsprodukten zu erkennen.
Außen ist am Wärmetauscher eine kleine Ablagerung von grünen Korrosionsprodukten zu erkennen.

Am Überdruckventil der Heizungsanlage trat Wasser aus und flutete den Keller eines Wohngebäudes. Der Wasseraustritt wurde durch einen Defekt an einem Plattenwärmetauscher ausgelöst, der zur Warmwassererzeugung genutzt wurde. Durch die Laboruntersuchung des Gerätes im IFS sollte geklärt werden, wie es zu dem Schaden kommen konnte.

Außen am Wärmetauscher gab es kleine, grüne Ablagerungen von Korrosionsprodukten. Sie entstehen typischerweise bei Lochkorrosion an der Außenseite.

Auf diesem Bild sind zwei weitere Stellen mit Ablagerungen markiert.
Auf diesem Bild sind zwei weitere Stellen mit Ablagerungen markiert.

Durch diese kleinen Löcher drang bei der Dichtprüfung nur bei erhöhtem Druck etwas Wasser aus. Sie waren nicht das eigentliche Problem, sondern nur eine Folge davon und ein offensichtlicher Hinweis darauf. Schon bei der Prüfung ohne Druckerhöhung zeigte sich, dass die beiden – im Normalfall getrennten – Wasserkreisläufe durch eine Leckage im Inneren des Wärmetauschers verbunden waren.
Die Anschlussstücke wurden gelöst, und ein Blick in die Wasserkreisläufe ist möglich: Auf der Frischwasserseite (Pfeil) ist eine unregelmäßige grüne Deckschicht zu sehen.
Die Anschlussstücke wurden gelöst, und ein Blick in die Wasserkreisläufe ist möglich: Auf der Frischwasserseite (Pfeil) ist eine unregelmäßige grüne Deckschicht zu sehen.

Der Gutachter löste die Anschlussstücke des kupfergelöteten Wärmetauschers aus nicht rostendem Edelstahl und konnte so einen Blick in die Wasserkreisläufe werfen. Während sich im Heizungswasserkreislauf eine gleichmäßige, rötlich-braune Deckschicht gebildet hatte, die üblich ist und Kupfer vor Korrosion schützt, waren auf der Frischwasserseite unregelmäßig ausgeprägte Ablagerungen von grünen Korrosionsprodukten zu sehen.

Es war zu Lochkorrosion an den Kupfer-Lötstellen im Wärmetauscher gekommen. Was diese ausgelöst hatte, erfuhr der Gutachter aus den Unterlagen und durch eine Recherche beim Wasserversorger der Region, in der das Wohnhaus stand: Im Handbuch hatte der Hersteller Vorgaben zur Wasserqualität gemacht, die für den Betrieb des Wärmetauschers erforderlich ist.

Doch das Wasser in der Region wich bezüglich der Gesamthärte, der Carbonathärte und der Leitfähigkeit von diesen Werten ab. Wie die Wasseranalyse zeigte, hatte das eingespeiste Wasser Eigenschaften, die Lochkorrosion begünstigten. Die Wasserqualität hätte bei der Planung der Anlage berücksichtigt werden müssen.

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