Gefährdungsbeurteilung hätte geholfen

Die Abfüllanlagen im Erdgeschoss der Halle
Die Abfüllanlagen im Erdgeschoss der Halle

Ein Löscheinsatz der Feuerwehr musste zunächst abgebrochen werden, weil einige Stoffe im Brandbereich chemisch reagierten. Erst als die nötige Spezialausrüstung eintraf, konnten die Einsatzkräfte das Feuer in einer Produktionshalle für Gummimischungen löschen. Mehr als hundert Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Der Brand war im Bereich von zwei Paletten mit Kautschuk ausgebrochen, die auf der Bühne der Halle standen. Dort lagerten auch in großem Umfang Chemikalien.

Auf der Bühne lagern in großem Umfang Chemikalien. Der Pfeil deutet auf den Brandherd.
Auf der Bühne lagern in großem Umfang Chemikalien. Der Pfeil deutet auf den Brandherd.

Im Erdgeschoss befanden sich Mischer, in die über Wiegeanlagen die Ausgangsmaterialien für die Gummimischungen gegeben wurden. Dabei handelte es sich unter anderem um Ruß, Weichmacher und verschiedene Chemikalien.

Ein IFS-Gutachter stellte fest, dass eine Selbstentzündung der auf der Bühne gelagerten Chemikalien das Feuer verursacht hatte. In der gesamten Halle gab es Rußschichten – teilweise mehrere Zentimeter stark –, die nicht durch den Brand, sondern während des Betriebes entstanden waren. Auch die Lagerung der Chemikalien schien eher sorglos.

Die Rußablagerungen sind nicht durch den Brand, sondern während der Produktion entstanden.
Die Rußablagerungen sind nicht durch den Brand, sondern während der Produktion entstanden.

Beim Untersuchungstermin erhielt der Gutachter die Sicherheitsdatenblätter mehrerer Chemikalien. Allerdings stammten diese Dokumente aus der Mitte der 90er Jahre. Eine Gefährdungsbeurteilung, wie sie im Arbeitsschutzgesetz, in der Betriebssicherheitsverordnung und in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe gefordert wird, war nicht vorhanden.

Bei einer solchen Beurteilung wäre das Risiko einer Selbstentzündung der gelagerten Substanzen festgestellt worden, und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen hätten umgesetzt werden müssen. Das hätte im hier beschriebenen Fall den Schaden verhindert oder zumindest dessen Auswirkungen eingedämmt.

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