Überraschung im Chemieunterricht

Der Versuchsaufbau im Chemieraum; die Kunststoffscheibe links im Bild war in Richtung Klassenraum aufgebaut, um die Schüler zu schützen.
Der Versuchsaufbau im Chemieraum; die Kunststoffscheibe links im Bild war in Richtung Klassenraum aufgebaut, um die Schüler zu schützen.

Eine Unterrichtsstunde, nach der der Chemiesaal renoviert werden muss, bleibt immerhin im Gedächtnis. Die Schüler einer Gymnasialklasse dürften sich für alle Zeit gemerkt haben, dass auf die Entzündung von Thermit – einer Mischung aus Eisenoxidpulver und Aluminiumgranulat – eine heftige exotherme Reaktion folgt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Der Lehrer wollte mit diesem klassischen Experiment zeigen, dass die entzündete Mischung zu Aluminiumoxid und flüssigem Eisen reagiert. Allerdings war sein Versuchsaufbau, bei dem er vor der Klasse auf einem Tisch zwei offene Tongefäße mit einem Stativ übereinander anordnete, weniger klassisch.

An der Raumdecke hat der Versuch deutliche Spuren hinterlassen.
An der Raumdecke hat der Versuch deutliche Spuren hinterlassen.

Nach der Zündung gab es eine heftige Funkenbildung und glühendes, flüssiges Eisen spritzte in alle Richtungen. Die Schüler wurden durch eine Kunststoffscheibe geschützt. Abgesehen vom Chemieraum selbst, wurde nur eine Hose in Mitleidenschaft gezogen.

Ein IFS-Gutachter sollte ermitteln, wie es zu der für den Lehrer überraschend heftigen Reaktion kommen konnte. Bei der Recherche stellte sich jedoch bald heraus, dass sie für Fachkundige keinesfalls eine Überraschung ist.

Der IFS-Gutachter wiederholte den Versuch im Freien.
Der IFS-Gutachter wiederholte den Versuch im Freien.

Der Versuch soll der Literatur nach im Freien oder unter einem Abzug im Labor durchgeführt werden. Zudem hätte das obere der beiden Gefäße, in dem sich das Thermit befand, oben verschlossen werden müssen.

Bei der Wiederholung des Versuchs benutzte der IFS-Gutachter ebenfalls ein offenes Tongefäß und dokumentierte die Reaktion. Das Ergebnis ist im Bild links zu sehen.

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