Frost im Winter – Schaden im Sommer

Das verchromte Messingrohr der Armatur verläuft in der Einbausituation durch die Außenwand; rechts befindet sich das Auslaufgehäuse mit einer Steckschlüsselbedieneinheit.
Das verchromte Messingrohr der Armatur verläuft in der Einbausituation durch die Außenwand; rechts befindet sich das Auslaufgehäuse mit einer Steckschlüsselbedieneinheit.

Noch nicht einmal ein Jahr lag der Einzug in das neue Einfamilienhaus zurück, als der Eigentümer sich auf die Suche nach einer Leckage begeben musste. Ein muffiger Geruch und Aufquellungen im Sockelbereich von Trockenbauwänden ließen ihn nichts Gutes ahnen. Schließlich wurde die Fehlerstelle gefunden: Eine frostsichere Außenarmatur war undicht.

Im IFS untersuchte ein Gutachter das Bauteil. Es handelte sich um eine Markenarmatur, an der es keine Hinweise auf einen Produktmangel gab. Sie bestand aus einem Ventilrohr aus verchromtem Messing; an der für den Außenbereich vorgesehenen Seite gab es ein Auslaufgehäuse mit einer Steckschlüsselbedieneinheit.

Zwischen dem Ventilrohr und dem Übergang zeigt sich bei der Prüfung im Labor eine Undichtigkeit.
Zwischen dem Ventilrohr und dem Übergang zeigt sich bei der Prüfung im Labor eine Undichtigkeit.

Das Ventil und damit die Absperrung der Armatur lag in der Einbausituation innerhalb des Hauses. Bei jedem Schließvorgang wurde das Ventilrohr automatisch entleert. Ein beheiztes Gebäude vorausgesetzt, war die Armatur bei geschlossenem Ventil also tatsächlich frostsicher.

Und doch gab es einen Frostschaden: An einem Gewindespalt zwischen dem Ventilrohr und dem Übergang, in dem das Ventil saß, war das Rohr durch eine Krafteinwirkung von innen aufgeweitet. Die O-Ringdichtung, die hier zur Abdichtung nötig war, wurde herausgedrückt und verquetscht. An dieser Stelle lief bei der Prüfung im Labor Wasser aus der Armatur.

Nahaufnahme der Fehlerstelle aus Bild 2: Das Rohr ist in diesem Bereich aufgeweitet, und die O-Ringdichtung wurde herausgedrückt.
Nahaufnahme der Fehlerstelle aus Bild 2: Das Rohr ist in diesem Bereich aufgeweitet, und die O-Ringdichtung wurde herausgedrückt.

Ein solches Schadenbild lässt sich ausschließlich durch eine Frosteinwirkung erklären, weil allein dadurch der Innendruck stark genug ansteigen kann. Was war also geschehen?

Während einer Frostperiode im zurückliegenden Winter muss am Auslauf ein Gartenschlauch oder eine Schnellkupplung mit Rückschlagventil angeschlossen gewesen sein. Ist zum Beispiel ein mit Wasser gefüllter Gartenschlauch angeschlossen, so kann sich das Ventilrohr beim Schließen des Ventils nicht entleeren. Die Frostsicherheit der Armatur ist dann nicht mehr gegeben.

Weil die Leckage im hier geschilderten Fall innerhalb der Wand lag, konnte lange Zeit unbemerkt Wasser austreten. Erst im Juni zeigten sich die Folgen der entstandenen Durchfeuchtung, und Anfang Juli wurde die Undichtigkeit schließlich gefunden.

Gartenschläuche, Regentonnen, Hochdruckreiniger – manche Schwachstelle für ärgerliche Frostschäden ist schnell übersehen. Haben Sie an alles gedacht? Mit dem kostenlosen IFS-Wintercheck sind Sie auf der sicheren Seite.

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