Einzelfälle oder ein Serienschaden?

Leitungswasserschäden durch ein Versagen von Armaturen der Schütte GmbH

Im Auftrag eines für günstige Preise bekannten Möbelhauses bauten Mitarbeiter einer Spedition eine Küche auf. Auch die Armatur der Spüle war im Lieferumfang enthalten und wurde installiert. Einige Monate später tropfte in der darunter liegenden Wohnung Wasser von der Decke – die Einhebelmischarmatur der Küche war in zwei Teile zerbrochen.

An dieser Stelle sollte das Wasser besser nicht aus der Armatur laufen.
An dieser Stelle sollte das Wasser besser nicht aus der Armatur laufen.

In jüngster Zeit hat das IFS mehrere Leitungswasserschäden untersucht, die durch ein Versagen von Armaturen der Franz Joseph Schütte GmbH verursacht wurden. Dabei stellten die Gutachter stets einen Bruch durch eine Krafteinwirkung von innen fest, wobei sie Frost ausschließen konnten. In der Bedienungsanleitung aller betroffenen Armaturen hatte der Hersteller darauf hingewiesen, dass bei einem Fließdruck von über 6 bar ein Druckminderer installiert werden müsse. Darum nahmen die Gutachter zunächst an, dass die Armaturen nicht für den in Deutschland üblichen Leitungsdruck von 10 bar ausgelegt waren. Die Schütte GmbH liefert auch in das europäische Ausland, und in einigen dieser Länder ist ein maximaler Leitungsdruck von 6 bar und weniger Standard.

Die Armaturen seien jedoch für die Anforderungen des deutschen Marktes geeignet, erfuhr das IFS vom Hersteller. Sie
seien für einen Systemdruck von bis zu 10 bar ausgelegt und die Produktreihen entsprechend nach DIN EN 817 mit 16 bar geprüft, so der Leiter des Qualitätsmanagements. Den Hinweis auf die Notwendigkeit eines Druckminderers könne er sich nicht erklären und werde die Bedienungsanleitungen entsprechend überarbeiten.

Ob es sich um einzelne Produktmängel oder einen Serienschaden handelt, wird die Zukunft zeigen.

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