Die schwächste Stelle der Leitung

An der markierten Stelle des Leitungsabschnitts hat sich eine Lötverbindung gelöst.
An der markierten Stelle des Leitungsabschnitts hat sich eine Lötverbindung gelöst.

Noch keine drei Jahre lag die Sanierung eines über hundert Jahre alten Hauses zurück, als es, ausgehend vom Dachgeschoss, zu einem Leitungswasserschaden kam. In einem teilweise isolierten Verschlag im nicht ausgebauten Dachgeschoss befand sich die Gastherme für die Heizung und die Warmwasserversorgung. Dort hatte sich eine Lötverbindung an einer isolierten Warmwasserleitung gelöst. Anhand einer Laboruntersuchung des betroffenen Leitungsabschnitts sollte das IFS die Ursache dafür benennen.
In der Vergrößerung sind deutlich Riefen im Rohr zu erkennen.
In der Vergrößerung sind deutlich Riefen im Rohr zu erkennen.

Bereits vor der IFS-Untersuchung war ein Sachverständiger in dem geschädigten Haus gewesen. Bei einer Außentemperatur von -2 °C hatte er im Dachgeschoss eine Raumtemperatur von 6 °C gemessen und direkt an der Unterspannfolie des nicht wärmegedämmten Daches 5 °C. Einen Frostschaden schloss er daraufhin aus.

Die IFS-Gutachterin kam zu einem anderen Ergebnis: Im mit Lot benetzten Bereich der gelösten Verbindung verliefen in Längsrichtung starke Riefen. Diese Fläche wies keine unterschiedlichen Alterungsstufen auf. Offensichtlich war die Verbindung gewaltsam getrennt worden.

Am aufgetrennten Asservat ist der gelöste Lötbereich gut zu sehen.
Am aufgetrennten Asservat ist der gelöste Lötbereich gut zu sehen.

Die Spuren auf der Innenseite des Kupferrohrabschnitts verrieten darüber hinaus, dass an der getrennten Stelle von den 15 mm Einschubtiefe des Fittings nur zwischen 8 und 9 mm genutzt wurden. Das Rohrende war außerdem leicht schräg eingeschoben worden.

Die nicht perfekt ausgeführte Verbindung wäre unter normalen Betriebsbedingungen dicht gewesen. Wirkt jedoch Frost auf ein Leitungssystem ein, so steigt der Druck in der Leitung sehr stark an – Drücke bis zu 100 bar können auftreten. Diese Kraft verursacht einen Bruch an der schwächsten Stelle des Systems. Im hier beschriebenen Fall war es die betroffene Lötverbindung. Diese Schwachstelle muss sich nicht in unmittelbarer Nähe des eingefrorenen Abschnitts befinden.

In den Tagen vor dem Schadeneintritt waren die Außentemperaturen im Bereich des Hauses bis auf -16 °C gefallen. Bei dem nicht beheizten und nur teilweise isolierten Dachgeschoss des Gebäudes handelte es sich ohne Zweifel um einen frostgefährdeten Bereich. Wasserführende Leitungen müssen in solchen Fällen zum Beispiel durch eine Rohrbegleitheizung geschützt werden. Eine Isolierung allein reicht nicht aus.

Wenn, wie im vorliegenden Fall, ein Gebäude saniert wird, sollte man der Frage, wo Frost auf wasserführende Systeme einwirken könnte, besondere Aufmerksamkeit widmen. Der IFS-Wintercheck hilft Ihnen, solche gefährdeten Bereiche zu finden. (LINK AUF DAS DOKUMENT EINFÜGEN)

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