Brandrauch aus dem Wohnzimmer

In einer Ecke des Wohnzimmers ist deutlich der Brandschwerpunkt zu erkennen.
In einer Ecke des Wohnzimmers ist deutlich der Brandschwerpunkt zu erkennen.

Brandrauch alarmierte eines Morgens eine zweifache Mutter. Sie rief die Feuerwehr. In einer Ecke des Wohnzimmers war ein Feuer entstanden. Nach den Löscharbeiten sollte das IFS herausfinden, was geschehen war. Ein Gutachter sah sich an der Schadenstelle um: Direkte Brandschäden gab es ausschließlich in einer Ecke des Raumes, zwischen einer Schrankwand und einem Fenster, vor dem ein Sofa gestanden hatte. Von letzterem waren nur ein paar Reste übrig geblieben. Auch das dem Fenster zugewandte Schrankelement war stark beschädigt – der obere Teil war vollkommen weggebrannt.
Die Kunststoffgehäuse des Euro-Flachsteckerverteilers und der Buchse sind teilweise zerstört.
Die Kunststoffgehäuse des Euro-Flachsteckerverteilers und der Buchse sind teilweise zerstört.

An der Wand hinter dem verbrannten Schrankelement zeichnete sich ein deutlicher Brandtrichter mit weißen Freibrennungen ab. Dort muss die Hitze während des Feuers besonders intensiv gewesen sein.
In der Raumecke befand sich eine Unterputz-Steckdosenkombination mit einem Antennenanschluss und zwei Steckplätzen für Schutzkontaktstecker. Einer davon war der Brandspurenlage nach zum Schadenzeitpunkt belegt. Der Stecker gehörte zu einer Verlängerungsleitung, in deren Buchse ein Vierfach-Euroflachverteiler eingesteckt war. Diesen Verteiler hatte die Mieterin im oberen Bereich des Schrankes platziert und darüber einen Fernseher und einen Sat-Receiver angeschlossen. Der Gutachter asservierte Stecker und Leitungen für eine Laboruntersuchung.
Schmelzspuren an den Kupferadern der Verlängerungsleitung
Schmelzspuren an den Kupferadern der Verlängerungsleitung

Die Geräteanschlussleitungen wiesen keine Schäden auf. Hingegen waren die Isolation der Verlängerungsleitung sowie die Kunststoffgehäuse der an die Verlängerungsleitung angeschlossenen Buchse und des Flachverteilers teilweise verbrannt oder geschmolzen. Aufschlussreich für den Schadenverlauf waren vor allem Schmelzspuren an den Kupferadern der Verlängerungsleitung: Sie befanden sich an der Buchse im Bereich der Zugentlastung. An dieser Stelle musste es einen Kurzschluss gegeben haben. Dadurch geriet brennbares Material in der Umgebung in Brand und verursachte einen Glimmbrand am Spanholz des Schrankes. Glimmende Teile fielen nach einiger Zeit herab auf das Sofa, und das Feuer breitete sich aus.

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