Wespennest in Rohbauphase

Rechts an der Traufe befand sich das Wespennest.
Rechts an der Traufe befand sich das Wespennest.

Das Dachgeschoss eines Passivhauses befand sich noch in der Rohbauphase, als die Feuerwehr wegen eines Feuers an der Fassade anrücken musste. Am Schadentag hatte der Eigentümer ein paar Meter vom Haus entfernt mit einem Trennschleifer Flachstahlstücke geschnitten, die er für die Befestigung des Holzrahmenbaus benötigte. Als er mit diesen Arbeiten fertig war, fuhr er ein Rollgerüst vor das Gebäude, um ein Wespennest an der Fassade des Quergiebels zu entfernen.

Mit einer Gartenharke habe er das Nest zu entfernen versucht, gab der Mann später zu Protokoll. Dabei sei er mehrfach gestochen worden, bis er schließlich vom Gerüst geflohen sei. Etwa eine Viertelstunde später sah er Rauch und schließlich Flammen im Bereich der Nische, in der sich das Wespennest befand. Die Strohdämmung des Hauses lag dort frei, und das Feuer breitete sich schnell unterhalb der Dachschräge aus.

Am Schadentag wurden mit einem Trennschleifer Flachstahlstücke geschnitten.
Am Schadentag wurden mit einem Trennschleifer Flachstahlstücke geschnitten.

Während der Eigentümer versuchte, das Feuer mit Pulverlöschern unter Kontrolle zu bringen, rief seine Frau die Feuerwehr. Den Einsatzsatzkräften gelang es, den Brand auf die Außenseite der Dachgaube am Quergiebel einzugrenzen.

Das IFS wurde beauftragt, die Brandursache zu ermitteln. Da am Schadentag Trennschleifarbeiten vor dem Haus durchgeführt wurden, war Funkenflug eine mögliche Ursache. Doch das Schadenbild und Fotos, die während des Löscheinsatzes ausgenommen wurden, sprachen für etwas anderes:

Einbrennungen an den Balken in der Nische.
Einbrennungen an den Balken in der Nische.

Zwar bestritt der Hauseigentümer den Versuch, das Wespennest auszuräuchern. Doch an den Balken in der Nische, in der es sich befunden hatte, gab es markante Einbrennungen. An dieser Stelle wurden auch die ersten Flammen gesehen. Sie lag fünf Meter über dem Platz, an dem die Trennschleifarbeiten durchgeführt wurden, und auch horizontal mehrere Meter entfernt. Zudem lag ein relativ großer zeitlicher Abstand zwischen den Trennschleifarbeiten und der Brandentstehung. Hingegen hatte der Hauseigentümer kurz bevor er das Feuer entdeckt hatte genau an der Ausbruchsstelle das Wespennest zu entfernen versucht. Nicht zuletzt die Einbrennungen zeigten, dass er den Insekten doch mit Feuer zu Leibe gerückt war.

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