Sicherheitsmaßnahme ohne Erfolg

Der Kellergang: Die geöffnete Tür hinten links führt zum Brandraum.
Der Kellergang: Die geöffnete Tür hinten links führt zum Brandraum.

Trenn-, Schleif- und Schweißarbeiten sind im Hinblick auf Brandentstehungen besonders gefährlich. Darum gibt es eine ganze Reihe von Vorschriften und Richtlinien – zum Beispiel die BGR 500 und die VdS 2047 –, die helfen sollen, Schäden zu verhindern. Fachleute kennen diese Vorschriften. Doch immer wieder ignorieren auch sie die geforderten Sicherheitsmaßnahmen. Im hier beschriebenen Fall führte das zu ausgeprägten Brandschäden in einem Wohnhaus.
Der umgestürzte Stahltank liegt noch im Brandraum.
Der umgestürzte Stahltank liegt noch im Brandraum.

Im Keller des besagten Hauses waren Mitarbeiter eines Fachbetriebes damit beschäftigt, Stahltanks einer Ölheizung zu zerschneiden, die gegen neue ersetzt werden sollten. Der erste Tank war bereits zerlegt. Der zweite stürzte jedoch um, und Heizöl lief aus.

Daraufhin streuten die Männer die Öllachen mit Sägespänen ab und setzen die Schneidarbeiten fort. Kurz darauf kam es zum Brandausbruch, bei dem einer der Mitarbeiter verletzt wurde.

Detailansicht der Schnitte, die bis auf den Boden reichen.
Detailansicht der Schnitte, die bis auf den Boden reichen.

Der Flammpunkt von Heizöl liegt bei 55 °C. Als Flüssigkeitslache kann es also erst entzündet werden, wenn mindestens diese Temperatur erreicht ist. Wird es aber – zum Beispiel in Sägespänen – gebunden, so ist es leichter entflammbar. Das saugfähige Material wirkt wie ein Docht. Als alleinige Sicherheitsmaßnahme war das Abstreuen folglich wenig sinnvoll.

Bei den Trennarbeiten an den Stahltanks wurden zwangsläufig glühende Metallpartikel durch den Raum geschleudert. Das von den Sägespänen aufgesaugte Öl wurde dadurch entzündet, und das Feuer breitete sich schnell aus.

Bei feuergefährlichen Arbeiten wie diesen müssen brennbare Materialien aus dem Arbeitsbereich entfernt oder zumindest abgedeckt werden. Das ausgelaufene Öl nur abzustreuen und die Arbeiten dann fortzusetzen, hätten die Fachleute als zu riskant einschätzen müssen.

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