Eine brennende Heizung und lauter Elektroschäden
Das Licht flackerte, stellte einer der Bewohner eines Dreifamilienhauses fest, und im Zählerschrank im Erdgeschoss hatte ein Sicherungsautomat ausgelöst. Er wollte am nächsten Tag einen Elektriker rufen. Etwa 15 Minuten später bemerkte er jedoch Rauch aus dem Keller des Gebäudes.
Dort entdeckte er einen Brand am Brenner der Ölheizung. Es gelang ihm, den Brand mit einer Gießkanne zu löschen. Die alarmierte Feuerwehr kontrollierte lediglich die Brandstelle und belüftete die Räumlichkeiten.

Als der IFS-Experte später vor Ort eintraf, wurde ihm mitgeteilt, dass zeitgleich mit dem Heizungsbrand einige elektronische Geräte im Haus ausgefallen waren. So seien die Steuerungen der Garagentormotoren, ein Radio, ein Geschirrspüler, ein DVD-Player, ein Router und ein TV-Signalverstärker kaputt gegangen.
Der Sachverständige untersuchte zunächst die vom Brand betroffene Heizung: Die Brandursache lag im Bereich der elektronischen Steuerung, dem sogenannten Feuerungsautomaten.

Er untersuchte auch die anderen defekten Geräte. Alle wiesen typische Anzeichen von Überspannungsschäden auf, wie z. B. Schmauchspuren am Netzeingang oder überlastete Netzteile. Bei einer späteren Laboruntersuchung des Feuerungsautomaten wurden ebenfalls typische Überspannungsspuren am Anschluss des Feuerungsautomaten festgestellt.
Überspannungen können entweder durch einen Blitzeinschlag oder durch einen Fehler in der elektrischen Anlage verursacht werden. Ein Blitzschlag konnte aufgrund der Wetterdaten am Schadenstag als Ursache ausgeschlossen werden.
Daraufhin wurde die bereits in die Jahre gekommene Elektroverteilung im Zählerschrank genauer untersucht. Tatsächlich konnte der Fehler in der Verteilung gefunden werden: An der Neutralleiterklemme war es zu einem Kontaktfehler gekommen.

Kontaktfehler in einer Elektroverteilung sind nicht ungewöhnlich. Die Ursache kann sein, dass eine Klemme nicht fest genug angezogen wurde oder dass sie sich im Laufe der Jahre gelöst hat.
Wenn ein solcher Kontaktfehler ausgerechnet an der Neutralleiterklemme auftritt, kann die zu einer sogenannten Neutralleiterunterbrechung führen. Dieser sehr spezielle Fehler in einer Elektroinstallation kann zur Folge haben, dass an einigen Geräten statt der üblichen 230 V eine Spannung von bis zu 400 V anliegt.
Diese ungewöhnliche Brandursache erläutern wie ausführlich in unserem Fachmagazin „Schadenprisma“.
Die Defekte an den vielen Geräten waren also auf einen Defekt in der Elektroverteilung des Hauses zurückzuführen. Die Überspannung führte außerdem zu einem lokalen Brand an der Heizung. (LW)