Qualitätsmängel bei der Installation nicht erkennbar

Armatur und Anschlussschläuche werden im Labor untersucht. An der markierten Stelle ist der Anschlussstutzen abgebrochen.
Armatur und Anschlussschläuche werden im Labor untersucht. An der markierten Stelle ist der Anschlussstutzen abgebrochen.

Das Prüfzeichen des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) auf Armaturen und Schläuchen ist selbstverständlich kein vollkommener Schutz vor mangelhaften Produkten, aber doch ein zuverlässiger Hinweis auf geprüfte Qualität. Darauf sollte man Wert legen, denn selbst signifikante Mängel sind bei der Installation oft nicht erkennbar, wie das folgende Beispiel zeigt:

Nach knapp zwei Jahren brach eine Anschlussverschraubung im Badezimmer eines Wohnhauses und verursachte einen Wasserschaden. Armatur und Anschlussschläuche wurden zur Ermittlung der Schadenursache ins IFS geschickt.

Das abgerissene Teilstück des Stutzens befindet sich noch in der Überwurfverschraubung des Eckventils.
Das abgerissene Teilstück des Stutzens befindet sich noch in der Überwurfverschraubung des Eckventils.

Das abgebrochene Teilstück der Anschlussverbindung befand sich noch in der Überwurfverschraubung am Eckventil, das der Gutachter ebenfalls erhalten hatte. Bei der Untersuchung des Bauteils fand er eine ganze Reihe von Mängeln:

Die Wandstärke des Anschlussstutzens war im Bruchbereich asymmetrisch und für die Belastungen, denen das Bauteil bei der Installation und im Betrieb ausgesetzt war, viel zu dünn. Zudem ergab die Röntgenmikroanalyse des Werkstoffs, dass der Zinngehalt der verwendeten Messinglegierung nicht den üblichen Werten für Bauteile in Trinkwasserinstallationen entsprach.

Die REM-Aufnahme zeigt Hohlräume im Messing.
Die REM-Aufnahme zeigt Hohlräume im Messing.

Bei der elektronenmikroskopischen Untersuchung der Bruchflächen kamen darüber hinaus Hohlräume im Werkstoff zum Vorschein. Für alle diese Mängel war der Hersteller verantwortlich. Der Monteur konnte sie bei der Installation nicht erkennen.

Ihm hätte allerdings auffallen müssen, dass es weder auf der Armatur noch auf den Schläuchen eine Produktkennung oder ein Prüfsiegel gab. Darum hätte der Fachmann auf ein möglicherweise erhöhtes Schadenrisiko hinweisen sollen. Die Versicherungsnehmerin hatte Armatur und Schläuche im Versandhandel bestellt.

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