Gebäude nach Blitzeinschlag zerstört

Im Brandschutt auf dem Dachboden liegen elektrische Zuleitungen (Pfeile). Nahe dem Schornstein gibt es an einer davon Kurzschlussspuren (Kreis).
Im Brandschutt auf dem Dachboden liegen elektrische Zuleitungen (Pfeile). Nahe dem Schornstein gibt es an einer davon Kurzschlussspuren (Kreis).

In der Nacht wurde die Feuerwehr zu einer brennenden Töpferei gerufen. Die Einsatzkräfte konnten das Gebäude nicht mehr retten; es wurde fast vollständig zerstört. Man vermutete zunächst, dass der Brand durch die Keramikbrennöfen verursacht wurde. Doch das IFS kam zu einem anderen Ergebnis.

Das Spurenbild wies nicht klar auf eine bestimmte Ausbruchsstelle. Zweifellos aber war das Feuer auf dem Dachboden entstanden. Durch diesen verliefen mehrere elektrische Zuleitungen, deren Reste nun unter dem Brandschutt lagen. An einer Leitung in der Nähe des Schornsteines gab es eine Kurzschlussspur.

Detailaufnahme der Kurzschlussspur
Detailaufnahme der Kurzschlussspur

Ein elektrotechnischer Defekt hatte das Feuer initiiert. Verursacht wurde dieser durch Überspannung. Einige Stunden vor der Brandentdeckung hatte es in der Umgebung der Töpferei ein Gewitter gegeben. Auch in benachbarten Häusern beklagten mehrere Anwohner Überspannungsschäden.

Die VdS Meteo-Info hatte einen Wolke-Erde-Blitz ca. 600 Meter von der Töpferei entfernt registriert. Bei der Beurteilung von möglichen Blitzschäden, aber auch bei Sturm- und Hagelschäden ist diese Dienstleistung des VdS sehr hilfreich.

Bretter, die unter die Deckenbalken genagelt waren, sind an der Oberseite stärker brandgezehrt, wie der Gutachter anhand der Befestigungsdrähte erkennen kann.
Bretter, die unter die Deckenbalken genagelt waren, sind an der Oberseite stärker brandgezehrt, wie der Gutachter anhand der Befestigungsdrähte erkennen kann.

Ein Blitz hatte also in der Nähe des Schadenobjektes eingeschlagen. Hinweise auf einen direkten Einschlag gab es dort nicht. Jedoch kann sich eine brandursächliche Überspannung durch einen Blitzeinschlag auch über das Stromnetz ausbreiten.

Dies war im hier beschriebenen Fall bereits um die Mittagszeit geschehen. Die Überspannung muss zunächst nur einen Glimmbrand verursacht haben, der auf dem Dachboden unbemerkt blieb, obwohl in der Töpferei gearbeitet wurde. Selbst bei einem Kontrollgang am späten Abend gab es noch keine Auffälligkeiten. Bis sich aus einem Glimmbrand ein Flammenbrand entwickelt, können – abhängig von den Umständen – viele Stunden vergehen.

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