Leerstehendes Haus angeblich regelmäßig kontrolliert

Bruchstelle in der Heizungsleitung im Esszimmer
Bruchstelle in der Heizungsleitung im Esszimmer

Während eines Besichtigungstermins in der zweiten Januarwoche stieß eine Immobilienmaklerin auf einen umfangreichen Wasserschaden in einer leerstehenden Villa. Allein an der Heizungsinstallation gab es sechs Brüche an Heizkörpern und Rohrleitungen. Das Wasser stammte jedoch zum größten Teil aus der Trinkwasserinstallation: Im Obergeschoss war die Einlassarmatur der Badewanne gebrochen, und im Badezimmer des Dachgeschosses war ein Porzellan-Spülkasten geplatzt, sodass der Schwimmschalter ständig Wasser in den vermeintlich leeren Kasten einließ. Das Wasser lief durch das gesamte Gebäude und stand im Keller etwa 30 Zentimeter hoch.
Detailaufnahme aus dem Esszimmer: Die Bruchstelle in der Kupferleitung weist die charakteristische Aufwölbung eines frostbedingten Rohrbruches auf.
Detailaufnahme aus dem Esszimmer: Die Bruchstelle in der Kupferleitung weist die charakteristische Aufwölbung eines frostbedingten Rohrbruches auf.

Die einzelnen Schadenbilder ließen keinen Zweifel, dass Frost auf die wasserführenden Leitungen eingewirkt hatte. Das IFS sollte klären, wie es dazu kommen konnte. Zwar hatte bereits Ende November Frost in der Umgebung des Schadenobjektes eingesetzt, doch das Gebäude wurde nach Angabe des Besitzers mit einem erst kürzlich gewarteten Blockheizkraftwerk beheizt und regelmäßig kontrolliert.
Mit diesen Kontrollen hatte er jemanden beauftragt, der einmal pro Woche durch das Gebäude gehen sollte. Darüber hinaus habe er selbst mindestens einmal pro Woche nach dem Rechten geschaut. Bei diesen Besuchen habe es nie Anzeichen von Frost gegeben; das Haus sei kalt, aber nie eiskalt gewesen.
Der Spülkasten im Dachgeschoss ist aufgeplatzt.
Der Spülkasten im Dachgeschoss ist aufgeplatzt.

Das Blockheizkraftwerk, das eine Erweiterung zur Ölheizung darstellte, war Mitte Dezember gewartet worden. Dabei hatte der Monteur festgestellt, dass es bereits Anfang Dezember ausgefallen war. Die Anlage musste außerdem schon zwei Wochen zuvor Warnsignale gegeben haben. War all das bei den regelmäßigen Kontrollen übersehen worden?
Anhand der Prüfprotokolle konnte der IFS-Gutachter sehen, dass das Blockheizkraftwerk zwischen dem Wartungstermin und der Schadenentdeckung – mehr als drei Wochen später – nur 36 Stunden gelaufen hatte. Die Ölheizung war intakt, doch jemand musste sie nach der Wartung ausgeschaltet haben. Dadurch liefen die Umwälzpumpen nicht, und das Blockheizkraftwerk beheizte lediglich einen Pufferspeicher im Keller. Wer die Heizung ausgestellt hatte, ließ sich nicht mehr ermitteln. Doch während der angeblichen Kontrollgänge hätte die Kälte im Haus bemerkt werden müssen.

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