Hochwasser im Heizöltank

Die Niederschlagsmenge war im zurückliegenden Sommer insgesamt durchschnittlich, doch was in niederschlagsarmen Gebieten des Landes innerhalb von drei Monaten fiel, registrierten einige Orte innerhalb weniger Stunden, berichtet der DWD. Die Folge: Flüsse traten über die Ufer, Straßen wurden überschwemmt und Keller geflutet. In einer solchen Lage werden Heizöltanks zu einem relevanten Schadenfaktor.

Es gibt zwei typische Szenarien: Ein halb gefüllter Tank schwimmt auf und kippt dabei um. Verbindungen lösen sich, und Öl tritt aus. „Insbesondere in Hochwasserrisiko- und Überschwemmungsgebieten müssen Heizöltanks dagegen gesichert sein“, sagt Dr. Stefan Tewinkel. Doch das sei häufig nicht der Fall oder nicht in ausreichendem Maße, weiß der IFS-Gutachter.

Auch wenn der Tank fest verankert ist, kommt es zum Heizölaustritt, wenn Wasser durch Undichtigkeiten an den Anschlüssen in den Tank eindringen kann. „Bei dieser zweiten typische Schadenentstehung verdrängt das von oben eindringende Wasser das leichtere Heizöl und schwemmt es aus“ erklärt Tewinkel. Mehrere hundert oder sogar mehrere tausend Liter Öl können so das Gebäude schädigen.

Ob eine Kontamination mit Heizöl vorliegt, kann auch ein Laie an dem charakteristischen „Tankstellengeruch“ problemlos erkennen. Zudem hinterlässt das Öl bei starken Verschmutzungen gelbliche bis braune Flecken an Wänden und auf dem Fußboden. „Zulässig ist hier auch der Umkehrschluss: Wenn es im Gebäude nicht nach Öl riecht und es keine Flecken gibt, gibt es sehr wahrscheinlich auch keinen Heizölschaden“, so Tewinkel.

Heizöl verursacht enorme Schäden an der Bausubstanz, und je länger es einwirken kann, desto größer wird der Schaden. Es muss darum so schnell wie möglich aus dem Gebäude entfernt werden. Das heißt, ölbindende Mittel sollten so bald wie möglich zum Einsatz kommen. Wenn die Räume noch unter Wasser stehen, schwimmt das Öl auf der Oberfläche und kann von Ölbindetüchern relativ gut aufgenommen werden.

Wenn es nicht tief in das Mauerwerk eindringen konnte, genügt es, im Zuge der Sanierung den Wandputz abzutragen und zu erneuern. Häufig muss kontaminiertes Mauerwerk jedoch komplett ausgetauscht werden. Ist das aus statischen Gründen nicht möglich, kann es in geringerem Maße abgetragen, mit emulgierenden Ölentfernern behandelt und anschließend versiegelt werden. Heizölschäden belasten nicht nur Konten, sondern auch die Umwelt. Insbesondere in gefährdeten Gebieten sollte die Dichtigkeit und Verankerung von Heizöltanks geprüft werden. (is)